Panorama

Personalwechsel nach Ekel-Bericht Burger King tauscht Geschäftsführung aus

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Das Unternehmen versucht sich seit Tagen in Schadensbegrenzung.

(Foto: picture alliance / dpa)

Burger King versucht nach einem Bericht über fatale Hygienezustände einen Neustart: Der Chef der Ekel-Filialen wird als Geschäftsführer ersetzt. Die zuständige Gewerkschaft mahnt auch eine Kontrolle der Arbeitsbedingungen an.

Nach schweren Vorwürfen wegen Hygieneverstößen gegen einen Lizenznehmer zieht Burger King jetzt die Reißleine. Im betroffenen Unternehmen Yi-Ko Holding wird der umstrittene Geschäftsführer Ergün Yildiz mit sofortiger Wirkung ersetzt. Außerdem soll in den nächsten Tagen ein neuer kaufmännischer Leiter ernannt werden. Das teilte die Burger King Beteiligungs GmbH in München mit.

In der vergangenen Woche hatte die RTL-Sendung "Team Wallraff- Reporter Undercover" über Missstände in Restaurants des Franchisenehmers berichtet, der mehrere Burger-King-Restaurants betreibt. Ein verdeckt arbeitender Reporter hatte enthüllt, dass Lebensmittel, die nach internen Richtlinien nicht mehr verwendet werden durften, mit neuen Etiketten versehen und weiter verarbeitet wurden. Die Burger-King-Zentrale hatte daraufhin mit Sonderinspektionen bei dem Unternehmer begonnen und zwei Restaurants vorübergehend geschlossen.

Erfahrener Ersatz

An die Stelle des auch sonst in der Kritik stehenden Unternehmers Yildiz rückt die langjährige Burger-King-Mitarbeiterin Nicole Gottschalk. Unternehmensangaben zufolge bringt Gottschalk über 20 Jahre operative Expertise in der Systemgastronomie mit. Das neue Team werde eng mit Burger King zusammenarbeiten, um eine sofortige und signifikante Veränderung in den Yi-Ko-Restaurants zu bewirken, teilte Burger King auf Facebook mit.

Das Management entschuldigte sich bei den Kunden: "Wir bedauern zutiefst, das Vertrauen unserer Gäste enttäuscht zu haben und werden alles tun, um ihr Vertrauen zurückzugewinnen", teilte der Geschäftsführer der Burger King Beteiligungs GmbH, Andreas Bork, mit. Ziel sei es, die Missstände in den Restaurants des betroffenen Unternehmens sofort zu beseitigen. Die Einhaltung der Qualitätsstandards und faire Arbeitsbedingungen sollen nach Borks Angaben sichergestellt werden.

Das betroffene Unternehmen Yi-Ko steht nicht nur wegen mangelhafter Hygienezustände im Fokus. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) kritisiert das Unternehmen seit Monaten wegen schlechter Arbeitsbedingungen. In einer Stellungnahme bezeichnet die NGG die Neustrukturierung der Yi-Ko-Holding als "wichtiges Signal, dem jetzt Taten folgen müssen". Nicht nur die Hygiene und die Lebensmittelsicherheit müssten geprüft werden, "auch für die Arbeitsbedingungen und die Rechtssicherheit der Beschäftigten muss es einen Neustart geben". Die NGG unterstützt viele Mitarbeiter in Arbeitsgerichtsprozessen.

Quelle: ntv.de, ddi/dpa

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