Panorama

Grande Dame der mexikanischen Musik Chavela Vargas ist tot

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Als sie starb, trug Chavela Vargas den roten Poncho, der ihr Markenzeichen war.

(Foto: picture alliance / dpa)

In einer männerdominierten Szene war sie eine der Größten: Die mexikanische Sängerin Chavela Vargas ist im Alter von 93 Jahren gestorben. Vargas gelangte nicht nur wegen ihrer markanten Stimme zu Weltruhm. Die Sängerin hatte einen äußerst individuellen Lebensstil - und stand schon früh zu ihrer Homosexualität.

Eine der berühmtesten Stimmen der lateinamerikanischen Musik ist verstummt: Im Alter von 93 Jahren verstarb am Sonntag Chavela Vargas, die große alte Dame der mexikanischen "Ranchera"-Volksmusik. Vargas starb in einem Krankenhaus in Cuernavaca nahe Mexiko-Stadt, wie eine enge Freundin der Künstlerin sagte.

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Anhänger von Chavela Vargas musizieren vor dem Krankenhaus, in dem die Sängerin starb.

(Foto: picture alliance / dpa)

"Hier endet meine Geschichte, die aus dem Nichts begann", hieß es in einer wenige Minuten nach Vargas' Tod auf ihrem Twitter-Konto verbreiteten Mitteilung. Die Sängerin war nach ihrer Rückkehr von einer PR-Tour nach Spanien vor einer Woche ins Krankenhaus eingeliefert worden. In Spanien hatte sie für ihr letztes Album "La Luna Grande" geworben. Nach Angaben eines Krankenhausvertreters litt sie an einer schweren Lungenentzündung. Sie sei in ihrem roten Poncho, der ihr Markenzeichen war, friedlich entschlafen, hieß es in einer weiteren Nachricht auf ihrem Twitter-Konto.

Bewegte Biografie

Die Sängerin wird nicht nur durch ihre unverwechselbare rauchige Stimme in Erinnerung bleiben, sondern auch durch ihre bewegte Biografie. Nicht nur, dass sich Vargas in der männerdominierten "Ranchera"-Szene durchsetzte und zu internationalem Ruhm gelangte, sie stand auch offen zu ihrer Homosexualität. Zugleich sorgte sie über viele Jahre hinweg durch ihre Alkoholexzesse für Aufmerksamkeit.

Chavela Vargas wurde als Isabel Lizano Vargas am 19. April 1919 in Costa Rica geboren, ihr Vater war Polizeichef, ihre Mutter Hausfrau. Schon als Jugendliche hielt sie die Enge und die strikten Moralvorstellungen ihrer erzkonservativen Heimat nicht mehr aus, wo sie weder ihr musikalisches Talent noch ihre Homosexualität ausleben konnte. "Es war die Hölle", erzählte sie später. Bereits mit 17 Jahren zog sie nach Mexiko.

Gefühlsbetonte Volkslieder

Ähnlich wie Edith Piaf begann Vargas ihre Karriere als Straßenmusikerin. Erst mit etwa 30 Jahren wurde sie in den Straßen von Mexiko-Stadt von dem Komponisten José Alfredo Jiménez entdeckt. Mit ihrer rauen Stimme eroberte sie als eine der wenigen Frauen die Musik der Rancher - "Ranchera". Mit ihren gefühlsbetonten Volksliedern wurde sie rasch in der gesamten spanischsprachigen Welt berühmt. Zu ihren größten Erfolgen gehören "De un mundo raro", "La Llorona" und "Paloma Negra".

Vargas unterhielt Freundschaften zu zahlreichen Größen der mexikanischen Kulturszene wie Frida Kahlo und Diego Rivera. In Acapulco sang sie auf der Hochzeit von Elizabeth Taylor mit Mike Todd und lernte Ava Gardner kennen. "Chavela lebte, wie es ihr gefiel - und das zu einer Zeit, in der das niemand tat", sagte einmal der mexikanische Schriftsteller Carlos Monsivais über sie.

"Die Leute haben mich vergessen"

Ende der 70er Jahre brach sie plötzlich mit ihrem alten Leben. Rund 20 Jahre lang hatte sie danach der Alkohol fest im Griff. Die kolumbianische Journalistin Marianne Ponsford beschrieb, wie Vargas mittags nur noch aufstand, um bis spät in die Nacht zu trinken. "20 Jahre lang war ich betrunken, und die Leute haben mich vergessen", sagte die Vollblut-Sängerin später von sich.

Doch Anfang der 90er Jahre fing sie sich wieder, hörte zu trinken auf und knüpfte wieder an ihr altes Leben an. Erfolge feierte sie auch dank ihrer Auftritte in den Filmen "Frida" von Julie Taymor aus dem Jahr 2002 und "Babel" von Alejandro González Iñárritu von 2006. Insgesamt nahm Chavela Vargas in rund 50 Jahren mehr als 80 Alben auf.

Quelle: n-tv.de, AFP

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