Panorama

Lebende Hasen als Glücksbringer Chinesen begrüßen neues Jahr

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Niedlichkeit als Fluch: Im Zoo von Bangkok werden anlässlich des Hasen-Jahres die Tiere zum Kuscheln und für Fotos angeboten.

(Foto: dpa)

Das Jahr des Hasen kommt: Zum chinesischen Neujahrsfest sind Plüsch-Bunnys, aber auch lebende Häschen sehr beliebt. Tierschützer sind besorgt. Auf der Speisekarte kommen Hasen in China zurzeit nicht mehr so gut an.

Auf das turbulente Jahr des Tigers folgt das ruhigere Jahr des Hasen. Nach dem traditionellen Mondkalender begrüßen Chinesen in aller Welt in der Nacht zum Donnerstag (3. Februar; MEZ: 2. Februar, 17.00 Uhr) das neue Jahr. Es steht diesmal unter dem Tierkreiszeichen des Hasen. Nach der Weltwirtschaftskrise soll es wieder vorangehen, sagen auch die Wahrsager, wenngleich in Asien schneller als in Europa. Der Blick ins Horoskop deutet darauf hin, dass Meister Lampe in diesem Jahr eher Kompromissbereitschaft und Diplomatie vorherrschen lässt.

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Tierschonender: Es gibt die Langohren auch als große Aufsteller - zum Anlehnen und Fotografieren.

(Foto: AP)

In China werden vor dem Neujahrsfest überall Plüschhasen verschenkt. Auch die Nachfrage nach echten Hasen als Glücksbringer steigt rasant. Tierhändler können nicht genug Mümmelmänner besorgen. Selbst im Internet werden Hasen bestellt, die verbotenerweise in Päckchen mit "Zerbrechlich"-Aufschrift versandt werden. Viele ersticken oder erfrieren aber auf dem Post-Weg.

Gute Zeit für Hasen-Schutz

Tierschützer schlagen Alarm - auch weil viele Langohren von ihren Besitzern wieder ausgesetzt werden, wie das letzte Hasenjahr 1999 gezeigt hatte. "Es gibt keine bessere Zeit, um Hasen zu schützen, als das Jahr des Hasen", fordert die Tierschützerin Maggie Chen in Peking die Chinesen auf, den Tierhandel nicht zu fördern. "Hasen sind nicht einfach nur süß und kuschelig, sondern erfordern viel Pflege, Aufmerksamkeit und tierärztliche Versorgung."

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Oh, sind die süß: Zum Jahr des Hasen wünschen sich noch mehr Kinder ein lebendes Kuscheltier - und bekommen den Wunsch auch oft erfüllt.

(Foto: AP)

Gleichwohl gelten Menschen, die im Zeichen des Langohrs geboren sind, nicht nur als pflegeleicht, sondern auch als sanftmütig, friedlich und geduldig. Sie zeigen Mitgefühl und entscheiden häufig aus dem Bauch heraus, wie der Volksmund sagt. Prominente Hasen sind der Schauspieler Brad Pitt, der Physiker Albert Einstein, der Schriftsteller Thomas Mann und die Sängerin Whitney Houston. Der US-amerikanische Bankier David Rockefeller demonstriert die Geschäftstüchtigkeit, die ihnen auch nachgesagt wird.

Redegewandt wie Castro

Hasen sollen auch große Redner sein, was vielleicht exemplarisch am kubanischen Revolutionär Fidel Castro zu erkennen ist. Hasenmänner eignen sich besonders als Politiker, Diplomaten und Juristen, heißt es. Hasenfrauen besitzen angeblich Geschmack und Verhandlungsgeschick. In Gesellschaft sind Hasen sehr beliebt. Auch wird ihnen hohe Arbeitsmoral und Anpassungsfähigkeit nachgesagt. Als Genussmenschen lieben sie das Feine und Schöne, hätten einen Hang zum Luxus. Schaf, Schwein und Hund seien die geeigneten Partner.

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Hasen-Relief am Bai-Yun-Guan-Tempel in Peking: Mit den Tieren werden viele positive, angenehme Eigenschaften verbunden.

(Foto: REUTERS)

Einige Restaurants bieten zum Neujahrsfest und an dessen Vorabend besondere Hasengerichte an, doch sind die Reaktionen gemischt. "Wenn wir zum Hasenjahr jetzt Hasen essen, bedeutet das, dass wir im Tigerjahr auch Tiger essen?", fragt ein kritischer Gast. "Und essen wir im kommenden Drachenjahr dann Drachen?" Manch ein Chinese will in diesem Jahr ungerne von dem Tier essen, das eigentlich Glück bringen soll.

Hase bietet die beliebte Restaurantkette Baguobuyi im Pekinger Stadtbezirk Haidian deshalb zum Dinner am Vorabend des Neujahrstages nicht an. "Die Gäste wollen auf der speziellen Speisekarte zum Hasenjahr nicht Hase lesen", sagt eine Angestellte. "Die Leute fühlen sich dann unwohl." Auf der regulären Speisekarte sind aber "Kleiner weißer Hase auf einem Stein aus den Drei Schluchten" und "Hasenköpfe" zu finden. Ob sie am Abend trotzdem bestellt werden könnten? "Klar, kein Problem", sagt die Serviererin.

Quelle: n-tv.de, Andreas Landwehr, dpa