Panorama

Mehr als 3300 Erkrankungen Cholera setzt sich in Haiti fest

Haiti kämpft gegen die Cholera-Epidemie. Mehr als 3300 Fälle werden bislang gezählt, etwa 280 Menschen fallen der Krankheit zum Opfer. Die benachbarte Dominikanische Republik schließt ihre Grenze zu Haiti, um das Einfallen der Krankheit zu verhindern.

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Das Risiko, dass die Cholera auf verschiedene Teile Haitis übergreift, wird als sehr hoch eingestuft.

(Foto: AP)

Die Cholera wird nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu einer dauerhaften Bedrohung für Haiti, aber auch für die benachbarte Dominikanische Republik. Die Regierung in deren Hauptstadt Santo Domingo verfügte, die Grenze zu Haiti vorläufig zuzumachen. Damit will sie ein Übergreifen der Krankheit verhindern.

Die WHO erklärte dagegen, die Schließung mache keinen Sinn. Hilfsorganisationen gelang es unterdessen, die Infizierungswelle einzudämmen. In Genf sagte die WHO-Sprecherin Fadela Chaïb: "Es ist nicht notwendig, den Reiseverkehr einzuschränken, weil es in einem Nachbarland Cholera gibt."

Das Risiko sei hoch, dass die Cholera auf verschiedene Teile Haitis, aber auch auf die Dominikanische Republik auf derselben Insel Hispaniola übergreife, sagte Jon Andrus, der stellvertretende Direktor der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation, die zur WHO gehört. "Die Cholera hat sich in Haiti festgesetzt. Es ist klar, dass sie mehrere Jahre nicht von dort verschwinden wird."

"Es ist oft schon zu spät"

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In den Camps herrschen höhere Hygienestandards als in den meisten Wohnhäusern.

(Foto: dapd)

Bisher waren rund 3300 Cholerafälle gezählt worden, etwa 280 Menschen sind an der Krankheit bislang gestorben. Hilfsorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz oder das UN- Kinderhilfswerk Unicef kündigten an, ihre Bemühungen zu erhöhen, um die Epidemie zu stoppen. "Viele Kinder werden erst in letzter Minute ins Krankenhaus gebracht, sagte Jean-Claude Mulubama, Leiter der Unicef in Haiti. "Dann ist es oft schon zu spät."

Die Cholera war am Dienstag vergangener Woche in Zentral-Haiti ausgebrochen, zum ersten Mal seit mehr als 100 Jahren auf der östlich von Kuba gelegenen Antilleninsel Hispaniola.

Haitis Regierung und die Vereinten Nationen, die dem Land seit sechs Jahren mit einer Stabilisierungsmission helfen, hatten befürchtet, dass die Cholera auch die Hauptstadt und vor allem die Obdachlosenlager der Erdbebenopfer heimsuchen könnte. Bei einem Erdbeben im Januar waren in Port-au-Prince und Umgebung mehr als 220.000 Menschen getötet und über eine Million obdachlos geworden.

Quelle: n-tv.de, fma/dpa/AFP

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