Panorama

Mit Pot aus der Krise Colorado eröffnet Marihuana Drive-In

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Tumbleweed-Express: Gras bequem im Vorbeifahren shoppen.

(Foto: picture alliance / Matt Masin/Or)

Eine US-amerikanische Kleinstadt macht Schlagzeigen mit einer innovativen Idee: Ab März können Kunden ihr Marihuana im Drive-In erstehen. Die Stadt freut sich über die Neueröffnung - ein Argument lässt auch Kritiker in den Freudenchor einstimmen.

In Colorado entsteht ein erster Drive-In für Marihuana. Die am Highway 70 gelegene Kleinstadt Parachute will eine Autowaschanlage zum Pot-Shop umfunktionieren. Im "Tumbleweed Express" sollen Menschen ab März Gras bequem aus dem Auto heraus kaufen können. Der Drive-In wird der erste seiner Art, wie Robert Goulding, Sprecher der Marihuana-Kontrollbehörde des Staates, im Interview mit der Zeitung "Glenwood Springs Post Independent" sagte.

So bequem das Modell auch klingt, strikte Vorgaben gibt es trotzdem: Alle Auto-Insassen müssen nach US-Recht volljährig, also mindestens 21 Jahre alt sein. Neben anderen Sicherheitsstandards muss die Anlage außerdem per Video überwacht werden. Auch darf die Rauchware außerhalb des Ladens nicht sichtbar sein. Ein Drive-In eigne sich besonders gut, diesen Standards zu genügen, so Goulding.

Ganz reibungslos wurde die Entscheidung für den Verkauf der Droge aber auch in Parachute nicht gefällt: Der Eröffnung von Pot-Shops war in der Kleinstadt eine Kontroverse vorausgegangen. 2015 wurde dann einem ersten Laden eine Lizenz erteilt. Angesichts der hohen Steuereinnahmen durch den Marihuana-Verkauf sind mittlerweile jedoch auch Kritiker verstummt.

Lukratives Geschäftsmodell

Der Erlös aus dem grünen Kraut machte bereits 2016 ein Drittel der Steuereinnahmen der Stadt aus. Das musste auch Roy McClung, Bürgermeister der 1100-Einwohner zählenden Stadt, zugeben. "Persönliche Befangenheit beiseite, ohne das Geschäft mit Marihuana würden wir in ernsthaften wirtschaftlichen Schwierigkeiten stecken", sagte er.

Colorado war der erste US-Staat, in dem nicht-medizinisches Marihuana erlaubt wurde. Seit 2009 wird der Besitz und Verkauf von Marihuana nicht mehr geahndet, 2012 wurden Anbau, Verkauf und Besitz per Volksentscheid legalisiert. 2016 brachte der Verkauf von medizinischen und nicht-medizinischem Marihuana dem Staat rund 200 Millionen US-Dollar ein.

Quelle: ntv.de, apo