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Jackson-Prozess geht zu Ende Conrad Murray erwartet Urteil

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Schweigt eisern: Conrad Murray.

(Foto: AP)

Verteidigung und Staatsanwaltschaft halten ihre Abschlussplädoyers. Das Schicksal von Conrad Murray liegt nun in den Händen der Geschworenen. Michael Jacksons Leibarzt wird vorgeworfen, dem King of Pop fahrlässig eine Überdosis Propofol verabreicht zu haben. Wird der Arzt für schuldig befunden, geht er für vier Jahre ins Gefängnis.

Zweieinhalb Jahre nach dem Tod von Michael Jackson steht der Prozess gegen den wegen fahrlässiger Tötung angeklagten Leibarzt von US-Popstar Michael Jackson vor dem Abschluss. Nach den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung trug Richter Michael Pastor den Geschworenen in Los Angeles auf, ihre Beratungen über das Urteil gegen Conrad Murray aufzunehmen.

In ihrem Plädoyer fuhr die Anklage zuvor schweres Geschütz auf. Staatsanwalt David Walgren rief die Geschworenen dazu auf, den wegen fahrlässiger Tötung angeklagten Herzspezialisten Conrad Murray schuldig zu sprechen. Der Mediziner habe den Tod des Sängers "grob fahrlässig" und "direkt" verschuldet. Murray habe seinem Patienten das Narkosemittel Propofol gespritzt und ihn dann alleine gelassen. Er habe im Polizeiverhör gelogen, Sanitätern und Medizinern wichtige Informationen verschwiegen und nur an seinen eigenen Vorteil gedacht.

Verteidiger hält dagegen: Jackson war abhängig

Murrays Verteidiger Ed Chernoff hielt dagegen, dass die Anklage Murrays Schuld an einer Überdosis Propofol nicht glaubwürdig bewiesen habe. Vielmehr deute alles darauf hin, dass Jackson sich selbst die tödliche Dosis spritzte, als sein Arzt nicht im Raum war. Jackson sei immerhin von Medikamenten abhängig gewesen. Jackson habe zudem unter erheblichem Druck gestanden, weil er ein großes Comeback mit 50 Konzerten in London plante, sagte Chernoff.

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Sieht in Jacksons Leibarzt einen Sündenbock: Ed Chernoff.

(Foto: AP)

Chernoff warnte die Juroren, dass die Anklage von ihnen verlangte, "Conrad Murray für die Taten von Michael Jackson" zu verurteilen. Der Mediziner sei nur "ein kleiner Fisch in einem großen schmutzigen Teich", sagte Chernoff über die vielen Ärzte, von denen sich der Popstar über Jahre hinweg mit starken Medikamenten versorgen ließ.

Staatsanwaltschaft führt vaterlose Kinder an

Jacksons Mutter Katherine und seine Schwester La Toya wischten sich Tränen weg, als die Rede auf die Kinder des Sängers kam, berichtete das Promi-Portal "People.com". Wegen Murrays Taten hätten Paris, Prince und Blanket ihren Vater verloren, führte Walgren im Gerichtssaal aus. "Für Michaels Kinder geht dieser Fall ewig weiter, weil sie keinen Vater mehr haben." Die Beweise gegen Murray seien "überwältigend", sagte der Anklagevertreter.

In den vergangenen sechs Wochen waren 49 Zeugen, darunter Mediziner, Sachverständige, Angestellte Jacksons und Patienten Murrays, zu Wort gekommen. Mehr als 300 Tabellen, Fotos, Videos und andere Beweismittel wurden den fünf Frauen und sieben Männern der Jury vorgelegt. Murray selbst war nicht in den Zeugenstand getreten.

Laut Autopsiebericht führte eine "akute Vergiftung" mit Propofol im Mix mit anderen Medikamenten im Juni 2009 zu Jacksons Tod. Im Falle eines Schuldspruchs drohen Murray bis zu vier Jahre Haft und der Entzug seiner ärztlichen Lizenz.

Quelle: n-tv.de, AFP

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