Panorama

"Meuterei" auf dem Traumschiff Crew gründet Betriebsrat

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Auf der "Deutschland" herrscht Unmut.

(Foto: dpa)

Die Eigner des prestigeträchtigen Kreuzfahrtschiffs "Deutschland" haben mit unzufriedenen Mitarbeitern zu kämpfen. Die Crew beklagt sich über eine miese Informations- und Personalpolitik - nicht zuletzt im Zusammenhang mit dem Rauswurf von Kapitän Jungblut. Nun formiert sich an Bord der Widerstand.

Die Besatzung des Kreuzfahrtschiffes "Deutschland" - besser bekannt als das Traumschiff - hat erstmals einen Betriebsrat gewählt. Damit reagiere sie auf die aus ihrer Sicht mangelhafte Informationspolitik der Reederei im Zusammenhang mit den Ausflaggungsplänen, teilte die Gewerkschaft Verdi mit.

Die Wahl sei eine folgerichtige Reaktion auf die "katastrophale Informations- und Personalpolitik" des Mehrheitseigners Aurelius, sagte der für Schifffahrtsrecht zuständige Gewerkschaftssekretär Dieter Krause. Er forderte die Reederei Deilmann mit Sitz in Neustadt in Schleswig-Holstein auf, die Kündigung des langjährigen Kapitäns Andreas Jungblut zurückzunehmen.

Jungblut war im Oktober fristlos entlassen worden. Er hatte zuvor die Eigner mehrfach öffentlich kritisiert. Unter anderem hatte er sich beklagt, dass die "Deutschland" ausgeflaggt werden. Damit hätte der Reeder steuerliche Erleichterungen und geringere Kosten erreicht. Mehrere deutsche Arbeitnehmer auf dem Schiff hätten damit wohl ihren Job verloren.

Die Reederei begründete die Entlassung Jungbluts mit illoyalem Verhalten und Vertrauensbruch. Jungblut selbst geht derzeit arbeitsrechtlich gegen die Entlassung vor.

Quelle: ntv.de, dpa