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Egal wie genau man es auch abmisst - am Ende bleiben meistens Spaghetti übrig. In Dänemark können die jetzt verkauft werden.
Egal wie genau man es auch abmisst - am Ende bleiben meistens Spaghetti übrig. In Dänemark können die jetzt verkauft werden.(Foto: imago)
Freitag, 22. Juni 2018

Minister ruft "Lasagne-Uber" aus: Dänen dürfen Fremden ihr Essen verkaufen

In Europa wandern tonnenweise Lebensmittel in den Müll. Dänemark will das ändern und erlaubt seinen Bürgern ab sofort, selbstgekochtes Essen zu verkaufen oder zu verschenken. "Lasagne-Uber" nennt der Lebensmittelminister das.

Die dänische Lebensmittelaufsicht hat den Weg für einen privaten Verkauf von selbstgemachtem Essen freigemacht. Das Umwelt- und Lebensmittelministerium teilte mit, dass es von nun an erlaubt ist, bis zu fünf Mahlzeiten pro Woche an Fremde zu verkaufen oder zu verschenken, ohne sich bei der Lebensmittelaufsicht registrieren zu müssen.

So kann beispielsweise ein Mittagessen verkauft werden, von dem etwas übrig geblieben ist, ein Kuchen auf dem Basar oder ein neues Gericht, das man gerne mit anderen ausprobieren möchte. "Die neuen Richtlinien sollen es den Bürgern erleichtern, die Verschwendung von Lebensmitteln zu vermeiden", sagte Lebensmittelminister Jakob Ellemann-Jensen. Der Minister nennt das "Lasagne-Uber" - in Anlehnung an den Taxidienst Uber.

Bislang war es Privatpersonen in Dänemark nur zehnmal im Jahr erlaubt, ihr Essen zu verkaufen. Nutzer des Portals "Dinnersurf", über das man überschüssige Essenswaren anbieten kann, waren deshalb von der Lebensmittelaufsicht kontrolliert worden.

Mit einer App wird bereits versucht zu verhindern, dass übrig gebliebene Lebensmittel aus Restaurants und Imbissbuden nach Ladenschluss in die Tonne wandern. Frankreich hatte vor drei Jahren sogar ein Gesetz beschlossen, das es dem Großhandel untersagt, unverkaufte Nahrungsmittel einfach wegzuwerfen.

Quelle: n-tv.de