Panorama

Was stellt sie an? "Daisy" kommt

16756740.jpg

(Foto: picture alliance / dpa)

Nach dem Dauerfrost der vergangenen Tage wird in ganz Deutschland Schnee erwartet. Viel Schnee. Und ein kräftiger Wind dazu. Björn Alexander, Meteorologe in der n-tv Wetterredaktion, erklärt, wie es am Wochenende wirklich wird.

n-tv.de: Wann schlägt "Daisy" zu?

Björn Alexander: Nun, Tief "Daisy" verlagert sich im Laufe des Tages vom zentralen Mittelmeer Richtung Nordosten – also zu uns. Die größten Neuschneemengen mit einer steigenden Lawinengefahr drohen im Bereich südlich des Alpenhauptkammes.

Und wie schlimm wird "Daisy"?

Björn Alexander n-tv Wetter

Björn Alexander

Bei uns kommen die Schneefallgebiete in abgeschwächter Form an. Nichtsdestotrotz drohen teils erhebliche Neuschneemengen. Bis zu 40 Zentimeter sind bis zum Sonntag in den östlichen Mittelgebirgen möglich. Aber auch im übrigen Land sind durchaus 5 bis 20 Zentimeter drin. Verschärfend wirkt sich dabei der auffrischende Nordostwind aus. Am Samstag weht er stark bis stürmisch. Das bringt einerseits gefühlte Temperaturen um minus 10 Grad im Flachland, im Bergland sogar um minus 20 Grad.

Gut, aber Schnee im Januar …

... Wichtiger als der Schnee ist der Wind. Der Sturm wird den Alt- und den pulvrigen Neuschnee verwehen. Das dürfte stellenweise zu chaotischen Verkehrsverhältnissen führen. Denn die Räumdienste sowohl auf den Straßen als auch auf den Flughäfen und im Bahnverkehr dürften größere Probleme beim Räumen haben. Und weil am Samstag in den Ferienregionen auch noch Bettenwechsel ist, wird auf den Straßen bestimmt einiges los sein.

Aber dennoch: Ist das nun eine ungewöhnliche Wetterausprägung oder mehr ein allgemeiner Hype?

Die aktuelle Witterungssituation ist schon eher selten. Die Mitteltemperaturen in der ersten Januarwoche liegen vier Grad unter dem Normalwert. Auch beispielsweise Teile Skandinaviens liegen unter Eiseskälte mit minus 30 bis minus 40 Grad, die dort selten so verbreitet auftreten. Von einem Hype kann man aber dennoch sprechen. Das liegt an der Bandbreite der Voraussagen, die uns die Wettermodelle in dieser Woche präsentiert haben. Vor drei Tagen berechneten einige Wettermodelle noch Schneesturm mit Neuschneemengen von 30 bis 60 Zentimetern, örtlich mehr. Und auf diesen "Zug" springen natürlich alle auf. Es handelt sich ja schließlich auch um ein berechnetes Szenario.

Hamsterkäufe sind also nicht zu empfehlen?

Also, zum Kauf eines Notstromaggregats sehe ich noch keine Veranlassung.

Und wie geht es weiter mit dem Wetter?

Eine grundsätzliche Wetterberuhigung steht mit dem Wochenwechsel ins Haus. Bereits ab Sonntag klingen die Schneefälle allmählich ab und der Wind wird wieder schwächer.

Besteht Hoffnung, dass sich der Winter bereits wieder verabschiedet?

Nein, leider nicht. Ein Ende des Winters ist vorerst nicht in Sicht. Denn nach etwas milderen Werten wird es in der neuen Woche besonders in den Nächten neuerlich eisig kalt.

Wie wird das Wetter in meiner Region?

Schneehöhe_online00000.jpg

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema