Panorama

Übertrag aus Impfbuch ab Montag Den Digi-Impfpass gibts beim Apotheker

Eine gute Nachricht für die Sommerreise: Ab Montag beginnen Apotheken, Corona-Impfungen aus dem gelben Impfbuch in den digitalen "CovPass" zu übertragen. Ein Happy End für das EU-weit gültige Zertifikat scheint möglich. Wer es kaum erwarten kann, findet die Anwendung in Kürze schon im App-Store.

Der Start für den digitalen Corona-Impfpass in Deutschland rückt näher. Ab dem kommenden Montag soll man sich in vielen Apotheken den digitalen Nachweis einer vollständigen Impfung nachträglich ausstellen lassen können. Das teilte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) in Berlin mit. Bereits vor dem 14. Juni soll die Anwendung namens "CovPass" nach Angaben aus dem Bundesgesundheitsministerium für alle Interessenten in den App-Stores für Smartphones zur Verfügung stehen.

Die EU-Länder und das EU-Parlament hatten sich kürzlich auf Details eines europaweiten Zertifikats geeinigt, mit dem man Impfungen, Tests und überstandene Covid-19-Erkrankungen nachweisen kann. Dies soll auch Reisen erleichtern. Dabei geht es um eine Ergänzung des weiter verwendbaren gelben Impfheftes.

Den digitalen Nachweis soll man sich künftig direkt in Praxen oder Impfzentren erstellen lassen und dann per Smartphone nutzen können. Auch nachträgliche Ausstellungen sollen möglich sein - etwa bei Ärzten und Apotheken. Vor dem bundesweiten Start war ein Testlauf in ausgewählten Impfzentren begonnen worden.

Apotheker trauen sich Fälschungskontrolle zu

In der Debatte um Fehler oder Fälschungen beim nachträglichen Übertrag einer Impfung vom gelben Impfbuch in den digitalen Pass hatten Apothekerverbände im Vorfeld versichert, die Kontrolle gewährleisten zu können. "Apotheker sind Arzneimittelexperten und Impfstoffe sind auch Arzneimittel", sagte Apothekenverbandssprecher Christian Splett. "Jede Apotheke muss jeden Tag hundert oder mehr Rezepte auf ihre Echtheit prüfen. Apotheker trauen sich daher zu, auch Impfausweise zu prüfen."

Betrügern drohen nach Angaben des Gesundheitsministeriums außerdem saftige Strafen: Den Verwendern eines gefälschten Impfausweises blüht demnach Freiheitsentzug von bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe. Den Erstellern drohen zwei Jahre im Gefängnis oder eine Geldstrafe. "Ich kann immer nur sagen, am Ende betrügt man sich selbst", stellte Spahn fest.

QR-Code wie Schlüssel zum Schloss

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) für die Bundespolizei, Andreas Roßkopf, stellte bereits klar, dass der Handlungsspielraum für die Beamten eher gering ist. Wer die Hürde in der Apotheke nehme, der sei relativ sicher, sagte er. "Wir können nur das aufdecken, was für uns nachweisbar ist."

Die digitale Signatur, die hinter dem geplanten EU-Zertifikat in Form eines QR-Codes steckt, ist allerdings ein bewährtes Verfahren der IT-Sicherheit: die sogenannte "Public-Key-Infrastructure" (PKI). Nach Angaben der EU-Kommission funktioniert das Prinzip wie Schlüssel und Schloss. Wurde der QR-Code - der Schlüssel - manipuliert, zeigt der Scanner eine Fehlermeldung und die Tür bleibt verschlossen.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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