Panorama

Aus Liebe zu "Freund Putin" Depardieu lernt Russisch

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Kennen und schätzen sich: Schauspieler Gerard Depardieu und Kremlchef Wladimir Putin.

(Foto: picture alliance / dpa)

Gerard Depardieu ist nachtragend - und er zahlt nicht gern Steuern. Weil in Frankreich eine Reichensteuer eingeführt werden soll, will der Schauspieler auswandern. Die Kritik an diesem Vorhaben schlägt so hohe Wellen, dass Wladimir Putin den "Obelix"-Darsteller per Dekret zum Russen macht.

Aus Liebe zu Russland und Kremlchef Wladimir Putin will der französische Schauspieler Gérard Depardieu ("Asterix und Obelix") angeblich die Nationalität wechseln. "Ja, ich habe diese Anfrage auf einen Pass gestellt und ich bin erfreut, dass meiner Bitte stattgegeben wurde", zitierte der Staatsfernsehsender Erster Kanal aus einem Brief Depardieus. Putin hatte Depardieu zuvor per Erlass die russische Staatsbürgerschaft verliehen. Er erklärte seine Zuneigung für Putin und die "große  Demokratie" in Russland.

"Ich habe darüber sogar mit meinem Präsidenten, François Hollande, gesprochen. Ich habe ihm all dies gesagt. Er weiß, dass ich Ihren Präsidenten Wladimir Putin sehr schätze und dass dies gegenseitig ist", hieß es in dem Text. Ein Freund des Schauspielers, der für Depardieus russische Aktivitäten zuständige Produzent Arnaud Frilley, teilte unterdessen  mit, Depardieu habe am Neujahrstag mit Hollande  telefoniert. Er habe dem französischen Präsidenten erklärt, dass er "angewidert" sei von der Art und Weise, wie erfolgreiche Menschen  in Frankreich behandelt würden. Der Elysée-Palast bestätigte das  Telefongespräch, ohne auf dessen Inhalt einzugehen.

In seinem Schreiben, dass im russischen Fernsehen auf  Französisch veröffentlicht wurde, schrieb Depardieu, in Russland  lasse es sich "gut leben". Nicht unbedingt in der Riesenstadt  Moskau, aber auf dem Land in Russland kenne er "wunderbare Orte".

Russland sei kein Land, in dem der Regierungschef einen Bürger "erbärmlich" nenne, meinte Depardieu. Der französische Premier Jean-Marc Ayrault hatte Depardieus Plan, aus Protest gegen eine geplante Reichensteuer von 75 Prozent auf Einkommen von mehr als einer Million Euro im Jahr auszuwandern, als "ziemlich erbärmlich" kritisiert. In Russland gilt allgemein ein Steuersatz von 13 Prozent.

"Ehre sei Russland"

Depardieu ist in Russland äußerst beliebt, auch weil er dort regelmäßig Filme dreht und Galas besucht. Zudem ist er als Werbefigur gefragt. Putin bezeichnete ihn unlängst als "Freund". Dass Depardieu die Nähe zu Politikern nicht scheut, die wie Putin eine fragwürdige Haltung in Fragen der Demokratie und Menschenrechte haben, hat er mehrfach unter Beweis gestellt. Mit der Tochter des usbekischen Langzeit-Präsidenten Islam Karimow hat der 64-Jährige gemeinsam ein Lied aufgenommen, außerdem wird er in einer von ihr geschriebenen TV-Serie mitspielen. Im Oktober zeigte sich Depardieu an der Seite des Machthabers der russischen Kaukasusrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, und rief gar ein "Ehre für Tschetschenien, Ehre für Kadyrow".

In seinem Schreiben verspricht Depardieu nun, Russisch zu lernen. "Mein Vater war Kommunist und hat Radio Moskau gehört. Das ist ein Teil meiner Kultur", hieß es dort. Der Brief "an die russischen Journalisten" endet mit dem auch bei Nationalisten beliebten Ruf "Ehre sei Russland".

Quelle: ntv.de, dpa/AFP