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Videodreh nahe syrischer Grenze Deutscher Rapper löst Terror-Alarm aus

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Summer Cem - sein Videodreh wäre fast schiefgegangen.

(Foto: Screenshot www.myspace.com)

Ein türkisches Anti-Terror-Kommando eilt Richtung syrische Grenze. Dort sollen Bewaffnete ihr Unwesen treiben. Doch anstatt auf Terroristen stößt die Einheit auf den Rapper Summer Cem. Der Gladbacher wollte dort tatsächlich ein Video drehen.

Ohne sich eine Drehgenehmigung einzuholen, wollte Summer Cem, seines Zeichens Gangster-Rapper aus Gladbach und enger Vertrauter von Rap-Größen wie Bushido, Eko Fresh und Farid Bang, sein neues Musikvideo in der Türkei, nahe der syrischen Grenze aufnehmen.

Und wie es sich für ein richtiges Gangster-Rap-Video ziemt, dürfen dabei Requisiten wie Sturmgewehre nicht fehlen. Gegenüber dem Bayerischen Rundfunk bestätigte Summer Cems Buchungsagent, dass zu dem Videodreh Waffen und Sturmmasken mitgebracht wurden. Für das Video wollte der Rapper einen Überfall mit einem maskierten Täter nachstellen.

Das Posieren und Rumfuchteln mit den Schießeisen rief allerdings die Behörden auf den Plan. Als Zivilpolizisten die Szene beobachteten und nicht erkannten, dass es sich um einen Videodreh handelte, alarmierten sie die Anti-Terror-Einheit.

Sondereinheit in gepanzertem Fahrzeug rückt an

Wie ein Video zeigt, trafen kurzerhand 25 schwerbewaffnete Beamte samt gepanzertem Fahrzeug am Drehort ein und brachen die Aufnahmen ab. Wie rp-online berichtet, wurde dem 32-Jährigen der Ernst der Lage erst nach dem Eintreffen der Männer bewusst. Der Rapper wollte in der Nähe des Grabes seiner verstorbenen Oma drehen und suchte daher diesen Ort aus.

Noch bevor die Situation eskalierte, konnte der Rapper allerdings die Situation aufklären. Gegenüber rp-online sagte er: "Erst im Nachhinein war uns die Gefahr bewusst, weil die Polizisten angesichts der aktuellen Lage und der Nähe zu Syrien auch hätten anders reagieren können".

Gegenüber türkischen Medien sagte Summer Cem: "Da wir aus Deutschland kommen, wussten wir nicht, dass wir hierfür eine Drehbewilligung brauchen. Das nächste Mal holen wir uns die Bewilligung." Laut rp-online durfte das Dreh-Team das Video unter Beaufsichtigung der Anti-Terror-Einheit sogar noch zu Ende drehen.

Quelle: n-tv.de, spt

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