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Pferdefleisch-Skandal Deutschland wohl nicht betroffen

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In Deutschland wird nicht selten Pferdefleisch gegessen.

(Foto: dpa)

Pferdefleisch in Tiefkühlgerichten? In Deutschland gibt es keine Hinweise darauf, dass falsch Deklariertes in den Truhen der Supermärkte lagert. Wenn allerdings Pferd draufsteht, darf es auch verkauft werden. In Frankreich wird der Skandal derweil zur Regierungsangelegenheit.

Deutschland ist nach bisheriger Einschätzung des Bundesverbraucherschutzministeriums nicht vom Skandal um falsch deklarierte Tiefkühlprodukte mit Pferdefleisch betroffen. Es gebe derzeit "keine Hinweise" darauf, dass solche Produkte auch hierzulande auf den Markt gekommen seien, sagte Ministeriumssprecher Holger Eichele in Berlin. Es lägen "weder Erkenntnisse der deutschen Länderbehörden noch Hinweise aus anderen EU-Mitgliedstaaten" vor. Den Skandal um Pferdefleisch in Tiefkühlprodukten bezeichnete Eichele als "krassen Fall von Verbrauchertäuschung".

Unterdessen haben Inspekteure der französischen Verbraucherschutzbehörde DGCCRF mehrere betroffene Unternehmen unter die Lupe genommen. So kontrollierten Ermittler bei den Firmen Comigel in Metz und Spanghero in Castelnaudary im Südosten Toulouse, hieß es in französischen Medienberichten.

Der Hersteller Comigel, der auch Fleisch aus Rumänien bezieht, prüft nach eigenen Angaben rechtliche Schritte gegen einige Lieferanten. Eine interne Untersuchung habe Hinweise ergeben, nach denen die Verunreinigung von Rindfleischprodukten kein Zufall gewesen sei. Spanghero arbeitet nach eigenen Angaben zur Aufklärung mit der Verbraucherschutzbehörde zusammen. Beide Firmen sehen sich als Opfer des Skandals.

Das deutsche Verbraucherschutzministerium hatte die Lebensmittelüberwachungsbehörden der Bundesländer und die Veterinärbehörden der Bundesländer bereits Ende Januar aufgefordert, verstärkt zu prüfen, ob falsch deklarierte Fleischerzeugnisse auch in Deutschland auf den Markt gekommen seien.

Deutsche dürfen Pferde essen

Pferde werden auch in Deutschland für den Verzehr als Steak oder "Original Rheinischer Sauerbraten" geschlachtet. In Baden-Württemberg etwa bringt es allein eine Pferdeschlachterei auf etwa 20 Tiere in der Woche. Weil Pferd und andere sogenannte Einhufer (Equiden) wie der Esel in der Europäischen Union als Schlachttiere gelten, tragen sie zumeist einen Chip, den Equidenpass, der bei der Schlachtung Auskunft über alle erfolgten medizinischen Behandlungen gibt. Verbraucher sollen so vor den Auswirkungen womöglich gefährlicher Medikamente geschützt werden.

Mitte Januar war Pferdefleisch in Tiefkühl-Hamburgern in Großbritannien und Irland gefunden worden. Vergangene Woche wurden in Großbritannien, Frankreich und Schweden mehrere andere Tiefkühlprodukte aus dem Handel genommen, nachdem in Tiefkühl-Lasagne Pferdefleisch entdeckt worden war.

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP

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