Panorama

Immer weniger Katholiken Die Gotteshäuser werden zunehmend leerer

Limburger Finanzskandal, sexueller Missbrauch - immer mehr Menschen verlieren das Vertrauen in die katholische Kirche und treten aus. Es ist nicht das einzige Problem, das der Mainzer Kardinal Karl Lehmann nun öffentlich beklagt.

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Immer mehr Menschen kehren der katholischen Kirche den Rücken.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann hat die Zahl der Kirchenaustritte - bedingt unter anderem durch den Finanzskandal im Bistum Limburg - als erschreckend hoch bezeichnet. Bundesweit waren es 2013 fast 180.000, nach rund 120.000 im Vorjahr.

Wie der Mainzer Bischof in der Kirchenzeitung seines Bistums, "Glaube und Leben", schrieb, wirkten dabei auch die zuvor bekanntgewordenen Fälle von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche nach. Diese Zahlen müssten sehr nachdenklich machen. "Wir haben offensichtlich einen Vertrauens- und Glaubwürdigkeitsverlust erlitten, wie er selten so heftig vorkommt", räumte Lehmann ein.

Verfehlungen wie die Kostenexplosion beim Sitz des einstigen Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst dürften sich so nicht wiederholen. "Die Alarmglocken müssen viel früher ertönen und vor allem eine wirksame Aufmerksamkeit erzeugen", schrieb der Ex-Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz.

Aufhorchen ließen aber auch die Zahlen zum anhaltenden Rückgang beim Gottesdienstbesuch. "Viele Katholiken haben keinen lebendigen Kontakt mehr zu ihrer Kirche." Diese sei jedoch kein beliebiger Verein. Die kirchliche Dimension des Glaubens müsse radikal vertieft werden.

Quelle: n-tv.de, cri/dpa

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