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Online-Dating gibt es seit einiger Zeit, doch die Suche nach dem perfekten Partner wird sich schon bald verändern.
Online-Dating gibt es seit einiger Zeit, doch die Suche nach dem perfekten Partner wird sich schon bald verändern.(Foto: imago stock&people)
Donnerstag, 28. April 2016

Trend geht zum "Überallflirten": Die da hinter dir - passt zu dir

Vergessen Sie Tinder, Finya, OKCupid und Co - beim Dating der Zukunft verschmelzen analoge und digitale Welten zu einer Wirklichkeit und bringt Menschen dort zusammen, wo sie sich gerade aufhalten. Egal, ob im Supermarkt, in der U-Bahn oder im Fahrstuhl.

Auf der Straße, in der U-Bahn, im Eisladen, im Kaffee, beim Bäcker, im Club, im Fahrstuhl, beim Friseur, in der Supermarktschlange - überall könnte uns der Traumpartner begegnen. Wir bemerken ihn bloß nicht. Doch damit soll bald Schluss sein. In Zukunft wird es keine verpassten Chancen mehr geben und der Trend des "Überallflirtens" wird sich weiter verstärken.

Dating findet dann nicht mehr nur im Netz und per Smartphone statt, sondern wird Teil des Internets der Dinge und begleitet Menschen überall und zu jeder Zeit. "Weil wir immer online sein werden, gehen wir weniger gezielt ins Internet, "sondern es wird so sein, dass das Internet zu uns kommt und uns das Dating potenziell immer begleitet", erklärt Zukunftsforscher Christian Schuldt im Deutschlandradio den ausgemachten Trend Omni-Dating.

Analoge und digitale Welten verschmelzen dabei zu einer Wirklichkeit und bringt Menschen dort zusammen, wo sie sich gerade aufhalten. Dank spezieller Computertechnologien werden wir künftig auch beim Sport und im Supermarkt, einfach überall (vom Lateinischen "omnis": alles) auf potenzielle Partner aufmerksam gemacht.

Weil wir ständig "on" sind und alles mit allem vernetzt ist, werden wir immer gläserner. Lieblingsfilm, Lieblingsband, Lieblingsessen, Lieblingspartei, Lieblingsurlaubsland, Lieblingsporno - Omni-Dating weiß alles über seine Nutzer. Dank lernender Algorithmen und Datenanalysen werden nur jene Kandidaten präsentiert, die nach wissenschaftlichen Kriterien wirklich gut zu einem passen und die ein ähnliches Dating-Verhalten haben.

Doch damit nicht genug. Zukunftsforscher Schuldt stellt in seiner Studie weitere vier Thesen vor, wie das Online-Dating von morgen aussehen könnte.

  1. Love at First Byte
    Dating wird in Zukunft verstärkt automatisch ablaufen: Apps werden auf der Basis unserer Daten selbstständig entscheiden, mit wem wir flirten sollten und sie werden automatisch die ersten Flirt-Nachrichten verschicken. Auch denkbar: Flirt-Apps, die mit Bars, Clubs und Shops kommunizieren, die dann zu spontanen Dating-Locations werden. Über Push-Nachrichten können Besucher dann erfahren, ob sich Singles im Raum befinden.
  2. DIY-Dating
    Kein Trend ohne Gegentrend. Natürlich wollen sich nicht alle Menschen von smarten Maschinen bevormunden lassen, sondern eigene Erfahrungen machen und das Bauchgefühl entscheiden lassen, wer als Partner in Frage kommt. Entsprechend wird das klassische Online-Dating eine Renaissance erleben.
  3. Romantic Gamification
    Schon heute wird Digital-Dating immer spielerischer. Nicht auszuschließen, dass sogar virtuelle Liebhaber wie in Spike Jonzes Film "Her" bald eine Rolle spielen werden oder wir uns zum Flirten in virtuellen Räumen beschnuppern, bevor wir uns auch im echten Leben treffen.
  4. Flexicurity Flirts
    Je komplexer sich unsere Lebenswelten gestalten, umso mehr wächst auch das persönliche Bedürfnis nach Sicherheit. Diese Schutzfunktion muss auch das Digital Dating der Zukunft erfüllen. Die Dating-Nutzer von morgen erwarten Sicherheit und Flexibilität: Flexicurity. Singlebörsen und Partnervermittlungen sind daher gefordert, ihre Mitglieder vor Hacker-Angriffen zu schützen, die persönlichen Daten ausreichend zu schützen und den Mitgliedern ein umfassendes Selbstbestimmungsrecht einzuräumen, welche Daten sie transparent machen wollen.

Quelle: n-tv.de