Panorama

Selbstjustiz in Berlin? Dieb stirbt nach Schlägen im Supermarkt

In einem Supermarkt wird ein Ladendieb erwischt. Doch anstatt die Polizei zu rufen, nimmt sich der Filialleiter den Mann persönlich vor. Drei Tage später ist der Mann tot.

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Die Polizei sucht Menschen, die den Verstorbenen kannten.

(Foto: Polizei Berlin)

Leitende Mitarbeiter eines Berliner Supermarkts sollen einem erwischten Ladendieb tödliche Verletzungen zugefügt haben. Wie die Berliner Polizei mitteilte, durchsuchten am Dienstag 40 Beamte ein Geschäft im Bahnhof Lichtenberg und nahmen den Filialleiter fest. Anlass sei der Tod eines Moldawiers am 20. September gewesen. Der Mann war demnach in einem Krankenhaus an den Folgen schwerer Gesichtsverletzungen gestorben.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei war der Moldawier am Morgen des 17. Septembers beim Ladendiebstahl in dem Supermarkt erwischt worden. Anstatt die Polizei zu rufen, habe der 29-jährige Filialleiter dem 34-Jährigen schwere Verletzungen im Gesicht zugefügt. Bei dem Markt könnte es sich damit um einen möglichen Tatort handeln.

Zwei Tage später erschien der Mann in einer Arztpraxis, schilderte seine Beschwerden sowie die Misshandlungen in dem Geschäft. Der Arzt veranlasste laut Polizei die sofortige Behandlung in einem Krankenhaus, wo der Mann am Folgetag seinen schweren Kopfverletzungen erlag.

Gegen den Filialleiter wurde Haftbefehl wegen Körperverletzung mit Todesfolge erlassen. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann zusammen mit Mitarbeitern bereits weitere Ladendiebe körperlich misshandelte. "Es liegen bereits diverse Erkenntnisse und Aussagen vor, dass es in der Vergangenheit dort zu weiteren tätlichen Angriffen, unter anderem auf Ladendiebe, kam", hieß es von der Polizei. Die Ermittler suchen nach Zeugen und Opfern solcher Übergriffe. Außerdem werden Menschen, die den verstorbenen Moldawier kannten, gebeten, sich zu melden.

Quelle: n-tv.de, sba/AFP

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