Panorama

Viele Täter kommen davon Diözese Freiburg klärt Missbrauchsfälle auf

50317058(1).jpg

Das Erzbistum Freiburg hat sämtliche Vorwürfe aus der Zeit von 1942 bis 2013 aufarbeiten lassen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Nach jahrelanger Debatte um sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche hat die Erzbistum Freiburg erstmals konkrete Zahlen veröffentlicht. Für die Zeit von 1942 bis zum vergangenen Jahr seien 185 Opfer ermittelt worden, teilte das Erzbistum mit. Darunter seien 72 Heimkinder, die in kirchlichen Einrichtungen lebten. Ein Großteil der Übergriffe ereignete sich von 1960 bis 1990. In 38 Fällen seien die Täter strafrechtlich verurteilt worden.

Rund 130 Opfer habe die Kirche mittlerweile finanziell entschädigt. Bei ihnen handelt es laut einer vom Bistum in Auftrag gegebenen Studie oft um Kommunionkinder, Ministranten sowie Kinder aus "gut katholischen Elternhäusern". Die Vorfälle reichen von verbalen, sexuell gefärbten Angriffen bis hin zu Vergewaltigungen. Die Opfer, so heißt es, litten bis heute unter den übergriffen. Die Folge seien zum Beispiel Depressionen, Schlaf- und Beziehungsstörungen.

Von den insgesamt 119 Beschuldigten seien 23 mehrfach als Täter genannt worden, hieß es weiter. Die meisten Fälle endeten ohne eine Verurteilung, weil sie verjährt oder nach Auffassung der zuständigen Staatsanwaltschaften nicht strafrechtlich relevant waren. Inzwischen lässt die Deutsche Bischofskonferenz den 2010 publik gewordenen Missbrauchskandal bundesweit wissenschaftlich aufarbeiten.

Quelle: n-tv.de, apo/dpa

Mehr zum Thema