Panorama

Inzest-Fall Patrick S. Doch noch Gefängnis

Das Gnadengesuch des wegen Inzests mit seiner Schwester verurteilten Patrick S. ist vom sächsischen Justizminister Geert Mackenroth (CDU) abgelehnt worden. Damit muss der vierfache Vater seine Reststrafe von 17 Monaten im Gefängnis absitzen.

Der Anwalt des 31-Jährigen bestätigte einen entsprechenden Bericht des "Spiegel". Das sächsische Justizministerium wollte wegen rechtlicher Vorschriften keine Stellungnahme abgeben.

Anwalt: Amstetten ist Schuld

Anwalt Endrik Wilhelm gibt dem Fall von Amstetten die Schuld an der Entscheidung. "Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass man sich im Windschatten des österreichischen Inzest-Falls einer unangenehmen Sache entledigen wollte." Die beiden Fälle seien aber in keiner Weise vergleichbar. "Hier geht es um eine freiwillige Beziehung zwischen Erwachsenen, dort um Vergewaltigung, Nötigung und Freiheitsberaubung", sagte der Verteidiger. "Ich hätte mir gewünscht, dass man sich noch mehr Zeit mit der Entscheidung gelassen hätte."

Der Anwalt will mit der Sache jetzt vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gehen. Allerdings habe das keine aufschiebende Wirkung für die Strafe, weil die durchschnittliche Bearbeitungszeit eines Verfahrens dort fünf Jahre betrage.

Patrick S. hat mit seiner inzwischen 23-jährigen Schwester Susan K., die eine Persönlichkeitsstörung hat und geistig leicht behindert ist, vier Kinder gezeugt, von denen zwei behindert sind. Nach der Geburt des vierten gemeinsamen Kindes wurde Patrick S. 2005 zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt. Am 13. März hatte das Bundesverfassungsgericht die Klage von Patrick S. gegen seine Verurteilung zurückgewiesen. Inzest bleibt demnach strafbar.

Quelle: n-tv.de

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