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Mutmaßlicher Vergewaltigungsversuch Drei "Engel" verhindern K.-o.-Tropfen-Angriff

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In "Drei Engel für Charlie"-Manier posieren Sonia Ulrich, Monika Kenyon und Marla Saltzer.

(Foto: Facebook/SoniaUlrich)

Drei Freundinnen beobachten, wie einer jungen Frau etwas in ihr Getränk gegeben wird. Sie greifen ein, retten die Frau damit vor einer Vergewaltigung - und werden zu Heldinnen.

Sonia Ulrich, Monika Kenyon und Marla Saltzer wollten gemeinsam einen netten Abend verbringen, doch stattdessen werden sie Zeuge eines abscheuliches Verbrechen und erleben eine Nacht, die sie so schnell nicht mehr vergessen werden.

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Die drei Freundinnen sitzen im "Fig", einem gemütlichen Restaurant im kalifornischen Santa Monica, als eine der drei beobachtet, wie ein Mann den Moment der Abwesenheit seiner Begleitung nutzt, um eine Flüssigkeit in ihren Drink zu tropfen.

"Er zog ihr Glas etwas ungeschickt zu sich heran und holte ein kleines schwarzes Fläschchen heraus. Er öffnete es und träufelte die Flüssigkeit in den Wein seiner Begleiterin. Danach 'machte er auf cool', checkte sein Smartphone und versuchte, das Fläschchen unbemerkt wieder verschwinden zu lassen", beschreibt Kenyon den Vorfall.

Die Freundinnen besprechen gemeinsam, was sie tun sollen. Ulrich eilt auf die Damentoilette, um die Frau abzufangen und zu warnen. Diese ist schockiert, vor allem, weil der der Mann einer ihrer besten Freunde ist. Die beiden kennen sich seit über einem Jahr und arbeiten zusammen. Während die Frau an ihren Tisch zurückkehrt, informieren die Freundinnen diskret einen Kellner, der die Polizei informiert. Doch es vergeht noch viel Zeit, bis die Beamten eintreffen und den verdächtigen Mann festnehmen.

"Ja, du SOLLST etwas sagen"

Was sind K.O.-Tropfen?

Hinter sogenannten K.-o.-Tropfen können sich unterschiedliche Substanzen verbergen. Sehr häufig handelt es sich dabei um die Gamma-Hydroxy-Buttersäure (GHB). Die Wirkung ist dosisabhängig und individuell sehr verschieden. In geringen Dosen kann GHB enthemmend wirken. Doch auch geringe Mengen können bereits Benommenheit, Übelkeit und Bewusstlosigkeit verursachen. Außerdem setzt die Droge das Erinnerungsvermögen außer Kraft. K.-o.-Tropfen kann man nicht sehen, nicht riechen und nicht schmecken.

"Die arme Frau musste noch 40 Minuten sitzenbleiben", beschreibt Ulrich die Situation, "Gegenüber von 'einem ihrer besten Freunde', in dem Wissen, dass er sie unter Drogen setzen wollte. Marla konnte sehen, wie er immer wieder mit ihr anstoßen wollte, damit sie endlich was trinkt. Aber sie blieb cool oder war einfach noch unter Schock."Als ihr Begleiter zahlen will, erfindet der Kellner kurzerhand ein Computerproblem, um ihn länger festzuhalten. Dann treffen endlich die Beamten ein, die den Wein inklusive K.-O.-Tropfen sowie die Aufnahmen der Überwachungskamera als Beweismittel sicherstellen.

Doch damit ist der Abend noch nicht vorbei. Nachdem der Täter überführt ist, erfahren die drei Freundinnen die positive Resonanz der anderen Gäste. "Aus dem gesamten Restaurant kamen Menschen zu unserem Tisch und dankten uns für unser Eingreifen." Viele von ihnen waren entweder selbst Opfer von K.-O.-Tropfen geworden oder hatten eine ähnliche Geschichte in Familie oder Freundeskreis mitbekommen.

Um auf die Wichtigkeit von Zivilcourage aufmerksam zu machen, posteten die drei Freundinnen die Geschichte auf Facebook: "Ja, du SOLLST etwas sagen" schließt Ulrich ihren Text ab. "Auch wenn es peinlich oder komisch ist oder du nicht weißt, ob man wirklich einschreiten sollte."

Quelle: n-tv.de, dsi

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