Panorama

Urteil in Köln Drei Jahre für Tötung von Tochter

Das Landgericht Köln verurteilt einen Vater, der seine dreijährige Tochter erschlagen hat, zu drei Jahren Haft. Die Staatsanwaltschaft hatte zwölf Jahre Haft wegen Totschlags gefordert. Verurteilt wurde der Mann wegen Körperverletzung mit Todesfolge.

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(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Ein Vater, der seine dreijährige Tochter erschlagen hat, ist in Köln zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Einen Vorsatz konnte die Strafkammer des Landgerichts nicht erkennen. Deshalb kam eine höhere Strafe wegen Totschlags für sie nicht in Betracht, sondern nur eine Verurteilung wegen Körperverletzung mit Todesfolge.

Die Mutter des Kindes, die in dem Prozess als Nebenklägerin aufgetreten war, kündigte Revision gegen das Urteil an. Die Leiche des Kindes ist bis heute nicht gefunden worden.

Die Staatsanwaltschaft hatte zwölf Jahre Haft wegen Totschlags gefordert. Der heute 32-jährige Vater hatte seine Tochter im Oktober 2007 so brutal geschlagen, dass sie starb. Die Leiche verscharrte er in einem Waldstück in der Nähe seines Arbeitsplatzes bei den Kölner Ford-Werken.

Angeklagter schwieg

Vor Gericht hatte der Angeklagte zu den Vorwürfen geschwiegen und seine Verteidiger erklären lassen, es habe sich um einen Unglücksfall gehandelt. Das Kind habe beim Windelwechseln gezappelt und sei unglücklich mit dem Kopf gegen die Badewannenarmatur geprallt. Die Richter glaubten ihm das nicht. Sie gingen davon aus, dass der Vater seine kleine Tochter aus Ärger darüber, dass sie in die Hose gemacht hatte, brutal geschlagen hat.

Hauptbelastungszeugin war die Mutter des Kindes und Noch-Ehefrau des Angeklagten. Ihr hatte der Afrikaner nach der Tat vorgespiegelt, die Dreijährige sei in Ghana an Malaria gestorben. Ein vorgelegter Totenschein und weitere Dokumente, die den Tod des Mädchens belegen sollten, stellten sich als Fälschungen heraus.

Quelle: n-tv.de, dpa