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Katholische Kirche keine Option Drewermann schließt Rückkehr aus

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Zu seinem 65. Geburtstag war Drewermann aus der katholischen Kirche ausgetreten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wegen seiner kritischen Haltung verliert Eugen Drewermann seine kirchliche Lehrerlaubnis und sieht sich mit einem Predigtverbot konfrontiert. Später verlässt er die katholische Kirche komplett - endgültig, wie er nun sagt. Gegen Papst Benedikt XVI. hegt er aber keinen Groll.

Der Theologe Eugen Drewermann hat eine Rückkehr in die katholische Kirche ausgeschlossen. Unter keinen Umständen komme ein Wiedereintritt für ihn infrage, sagte der 78-Jährige dem "Badischen Tagblatt". Zur Begründung erklärte er: "Jesus hat nicht einmal das Christentum gegründet und ganz sicher keine Kirche."

Drewermann hatte in Paderborn als Privatdozent für Dogmatik an der katholischen Fakultät gelehrt und nebenher seine psychotherapeutische Praxis betrieben. 1991 entzog ihm der damalige Paderborner Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt die kirchliche Lehrerlaubnis. 1992 folgten ein Predigtverbot und das Verbot, das Priesteramt weiter auszuüben. Ursache war seine zunehmend kritische Haltung gegenüber der katholischen Kirche gewesen.

Treibende Kraft soll der damalige Kurienkardinal Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI., gewesen sein. "Ich hege keinen Groll gegen Ratzinger. Er tut mir leid", sagte Drewermann der Zeitung in Baden-Baden. "Mir scheint persönlich die Theologie und die Glaubenshaltung wie die Person Ratzingers, die er als Theologiedozent jahrelang verkörpert hat, an ihr Ende gekommen. Ich sehe eine tiefe Tragik darin."

Zu seinem 65. Geburtstag war Drewermann aus der katholischen Kirche ausgetreten. Der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer sprach sich im vergangenen Dezember für eine Neubewertung aus: Drewermann sei ein von der Kirche verkannter Prophet, sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Quelle: n-tv.de, agr/dpa

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