Panorama

Polizei findet 72 Leichen Drogenbande verübt Massaker

Sie durchquerten Mexiko, um in den USA ein besseres Leben zu finden. Doch die Flucht aus dem Süden endet im mexikanischen Drogenkrieg. Eine Bande tötet die 72 Flüchtlinge. Nur ein Überlebender kann vom Schicksal seiner Gruppe berichten.

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Dieser Mann berichtete, was vor dem Massaker geschah.

(Foto: dpa)

Es ist vielleicht der bislang grausigste Fund im mexikanischen Drogenkrieg: Auf einem Bauernhof im Nordosten des Landes entdeckten Soldaten 72 Leichen, darunter 14 Frauen. Aus Ermittlerkreisen verlautete, bei den Getöteten handele es sich vermutlich um illegale Einwanderer aus Zentralamerika, die auf dem Weg in die USA gewesen seien. Die Gruppe wurde offenbar Opfer einer bewaffneten Bande.

Die Soldaten hatten sich nach mexikanischen Regierungsangaben Gefechte mit in dem Bauernhof verschanzten mutmaßlichen Drogenhändlern geliefert. Dabei seien ein Soldat und drei Verdächtige getötet worden. Ein Jugendlicher sei festgenommen worden, die übrigen Bewaffneten entkamen demnach. Nach dem Einsatz mit Unterstützung der Luftwaffe durchsuchte die Armee die Farm nahe der Stadt San Fernando im an Texas grenzenden Bundesstaat Tamaulipas - und fand die 72 Leichen.

Sie sagten Nein

Die Ermittler stützten die Vermutung, dass es sich um illegale Einwanderer handele, auf die Aussagen eines Überlebenden. Der durch Schüsse verletzte Mann habe sich zu einer von Sicherheitskräften errichteten Straßensperre retten können. Demnach war die Gruppe auf ihrem Weg in die USA von einer bewaffneten Bande abgefangen worden, die ihnen eine Tätigkeit als Handlanger angeboten habe. Als die illegalen Einwanderer dies abgelehnt hätten, seien sie von der Bande ermordet worden.

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Auf dem Gelände der Farm fanden sich auch einige gefälschte Behördenfahrzeuge.

(Foto: dpa)

Jedes Jahr durchqueren Schätzungen zufolge eine halbe Million illegale Einwanderer Mexiko in der Hoffnung auf ein besseres Leben in den USA. Alleine in den sechs Monaten zwischen September 2008 und Februar 2009 seien dabei 10.000 Menschen von Drogenbanden entführt worden, berichtete die mexikanische Menschenrechtskommission. Die meisten Überlebenden machten demnach die "Zetas" für die Entführungen verantwortlich - eine Abspaltung des in Tamaulipas dominierenden Golf-Kartells, die ihrem früheren Arbeitgeber seit einigen Jahren die Schmuggelrouten für Drogen streitig machen.

In Tamaulipas wie in anderen an die USA grenzenden mexikanischen Bundesstaaten tobt ein mörderischer Kampf zwischen rivalisierenden Drogenkartellen sowie zwischen der Armee und den Banden. Seit dem Amtsantritt von Präsident Felipe Calderon 2006 wurden rund 28.000 Menschen getötet.

Quelle: ntv.de, AFP