Panorama

Gefängnis an US-Grenze Drogenboss "El Chapo" wird verlegt

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Wachen und Straßensperren rund um das Gefängnis in Ciudad Juarez.

(Foto: REUTERS)

Die USA fordern die Auslieferung des mexikanischen Drogenbarons Guzmán. Nun ist "El Chapo" dem Land ganz nah. Unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen wird er in ein anderes Gefängnis an der nordmexikanischen Grenze gebracht.

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"El Chapo" bedeutet "Der Kurze".

(Foto: dpa)

Der berüchtigte mexikanische Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán ist in ein anderes Gefängnis an der Grenze zu den USA verlegt worden. In einer Geheimoperation wurde der langjährige Boss des Sinaloa-Kartells vom Gefängnis Altiplano im Zentrum des Landes in das Hochsicherheitsgefängnis in Ciudad Juárez transportiert. Dies bestätigte die mexikanische Regierung. Guzmáns Angehörige hatten behauptet, er sei im Gefängnis Altiplano mit Schlafentzug gefoltert worden, was die Behörden aber bestritten.

Insgesamt 150 Sicherheitskräfte in drei Flugzeugen begleiteten den Gefangenentransport, der am frühen Samstagmorgen am Flughafen in der nordmexikanischen Grenzstadt landete. In einem Hubschrauber wurde "El Chapo" dann vom Flughafen zum Gefängnis gebracht.

Die Verlegung von "El Chapo" nach Ciudad Juárez ist Teil einer Strategie der Regierung, um die Inhaftierung besonders gefährlicher Häftlinge sicherer zu gestalten. Die Maßnahme stehe aber nicht im Zusammenhang mit einer möglichen Auslieferung des Gefangenen an die USA, betonte ein Regierungssprecher.

Verweigert Mexiko die Auslieferung?

Seit September kam es der Regierung zufolge zu 7400 Verlegungen. Guzmán gelang bereits zwei Mal die Flucht aus Hochsicherheitsgefängnissen, beim letzten Mal auf abenteuerliche Weise durch einen langen Tunnel. Im Januar war er wieder gefasst worden.

Die USA haben die Auslieferung beantragt. Die US-Behörden werfen ihm unter anderem Mord, Drogenhandel, Bildung einer kriminellen Vereinigung sowie Geldwäsche vor. Zuletzt war gemutmaßt worden, dass Mexiko den mächtigsten Drogenhändler der Welt nicht überstellen will, da er mit den US-Behörden über seine Kontakte zu mexikanischen Beamten und Politikern sprechen könnte. In Ciudad Juárez gab es auch wiederholt blutige Konflikte zwischen Drogenkartellen, in das auch das Sinaloa-Kartell verwickelt war.

Quelle: n-tv.de, hul/dpa/AFP

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