Panorama
Sonntag, 02. Januar 2011

Blutigstes Jahr in Mexiko: Drogenkrieg fordert 12.000 Opfer

Der Drogenkrieg in Mexiko fordert 2010 mehr als 12.000 Opfer, soviel wie noch nie zuvor. Die Opferzahl der letzten vier Jahre erhöht sich damit auf mehr als 30.000 Menschen. Zu den Opfern zählen Zivilisten, Soldaten und Polizisten. Besonders blutig war ein Massaker an 72 Migranten.

Ärzte und Schwestern eines Krankenhauses in Ciudad Juárez protestieren im Dezember gegen die Gewalt in der Stadt.
Ärzte und Schwestern eines Krankenhauses in Ciudad Juárez protestieren im Dezember gegen die Gewalt in der Stadt.(Foto: AP)

Im mexikanischen Drogenkrieg sind 2010 insgesamt 12.456 Menschen ums Leben gekommen, so viele wie noch nie zuvor in einem Jahr. Wie die Zeitung "El Universal" unter Berufung auf die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft weiter mitteilte, wurden in den vier Jahren seit dem Amtsantritt von Präsident Felipe Calderón 30.196 Menschen getötet.

Calderón hatten im Dezember 2006 den Drogenkartellen und der organisierten Kriminalität den Kampf angesagt, nachdem diese ganze Landstriche vor allem im Norden unter ihre Kontrolle gebracht hatten.

Nach Angaben des Generalstaatsanwalts liegen die gefährlichsten Städte und Gebiete an der Grenze zu den USA. Dort, vor allem an den großen Grenzübergängen wie Ciudad Juárez und Tijuana, tobe ein Krieg zwischen den Rauschgift-Kartellen.

Polizisten, Soldaten, Politiker ermordet

Allein in Ciudad Juárez bricht traurigen Rekord starben mehr als 3000 Menschen einen gewaltsamen Tod. Landesweit wurden zudem etwa 2000 Polizisten und Soldaten getötet. Ermordet wurden auch Politiker, darunter 13 Bürgermeister. Nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Press Emplem Campaign (PEC) kamen 14 Journalisten ums Leben.

In Mexiko sind nach offiziellen Erkenntnissen sieben mächtige Verbrecherkartelle und zahlreiche organisierte Banden aktiv, die vor allem Drogen wie Kokain und Marihuana aus Lateinamerika in die USA schmuggeln. Sie entführen zudem Menschen, erpressen und töten sie. Bei dem größten Bestürzung über Massaker des vergangenen Jahres starben 72 Migranten aus Mittelamerika. Sie wurden auf einer Ranch erschossen. Zuvor hatten sie sich geweigert, für ein Drogenkartell zu arbeiten.

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Quelle: n-tv.de