Panorama
Samstag, 21. Februar 2009

Polizeichef will nicht mehr Tote: Drogenmafia erzwingt Rücktritt

Der Drogenkrieg in Mexiko hat am Freitag einen neuen Höhepunkt erreicht: 51 Menschen wurden im Laufe des Tages getötet, die Hälfte davon im nordmexikanischen Bundesstaat Chihuahua, berichtete die Zeitung "El Universal". In der größten Stadt des Staates, Ciudad Jurez, trat am selben Tag Polizeichef Roberto Ordua Cruz auf Druck der Drogenmafia zurück. Die Verbrecher hatten damit gedroht, jeden zweiten Tag einen Polizisten zu ermorden, falls Ordua im Amt bleiben sollte.

Ordua sagte am Freitag in der Stadt an der Grenze zu den USA, er wolle nicht das Leben von Untergebenen aufs Spiel setzen. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, hatten Mitglieder der Drogenmafia am selben Tag einen Polizisten und einen Gefängniswärter umgebracht. Die Drogenkartelle haben schon öfter Bürgermeister, Staatsanwälte oder Polizisten im Norden Mexikos gezwungen, ihre Ämter aufzugeben, wenn sie sich ihnen in den Weg stellten.

"Narco-Botschaften" aufgetaucht

Wie "El Universal" weiter berichtete, sind seit Anfang des Jahres in dem Krieg der Kartelle untereinander und gegen den Staat bereits 1003 Menschen ums Leben gekommen. Diese Zahl sei 2008 erst am 22. April, und 2006 erst nach einem halben Jahr erreicht worden, hieß es in dem Bericht.

Nach den Worten des Bürgermeisters von Ciudad Jurez, Jos Reyes Ferriz, tauchten in der Stadt seit zwei Tagen sogenannte "Narco-Botschaften" mit den Drohungen gegen die Polizei auf. Sie seien am Freitag mit der Ermordung des Polizisten und des Gefängniswärters verwirklicht worden. An beiden Leichen seien entsprechende Botschaften mit Bezug auf den Polizeichef gefunden worden. Ferriz nahm die Demission von Ordua an und erklärte, er werde in den kommenden Tagen einen Nachfolger ernennen.

Quelle: n-tv.de