Panorama

Hochhaus in Teheran stürzt ein Dutzende Menschen bei Brand verschüttet

Das älteste Hochaus Teherans geht am Morgen in Flammen auf. Viele Feuerwehrleute eilen zu dem Kaufhaus. Dutzende sind noch im Gebäude, als dieses plötzlich einstürzt. Es gibt vermutlich viele Tote.

Ein einstürzendes Hochhaus hat in Teheran mehr als 20 Feuerwehrleute unter sich begraben. Das 17-stöckige Gebäude war wegen eines Brandes geräumt worden, doch Dutzende Feuerwehrleute waren nach Behördenangaben im Einsatz, als es in sich zusammenstürzte. Mindestens 70 Feuerwehrmänner wurden nach Angaben der Rettungskräfte verletzt.

Mindestens 20 Feuerwehrmänner seien ums Leben gekommen, sagte Teherans Bürgermeister Mohammed Bagher Ghalibaf. Ein Sprecher der Feuerwehr mochte das aber nicht hundertprozentig bestätigen. Dies sei zwar eine realistische Einschätzung, aber noch seien keine Leichen geborgen worden, sagte der Sprecher.

6c93b290329ab5aab619fc08891d811a.jpg

Rettungskräfte suchen in der Ruine des Hauses nach verschütteten Überlebenden.

(Foto: dpa)

Die Feuerwehrmänner konnten zwar am rechtzeitig alle Menschen aus dem brennenden Gebäude holen, wurden aber selbst von dem plötzlichen Einsturz überrascht. 20 bis 25 Feuerwehrmänner liegen laut Ghalibaf unter den Trümmern. Der Nachrichtenagentur Isna zufolge wurden drei Menschen lebend aus den Ruinen geborgen.

Das 17-stöckige Gebäude war wegen eines Brandes am Donnerstagmorgen geräumt worden, doch Dutzende Feuerwehrleute waren nach Behördenangaben im Einsatz, als es in sich zusammenstürzte. Mindestens 70 Feuerwehrmänner wurden nach Angaben der Rettungskräfte verletzt.

Fernsehbilder zeigten live, wie hohe Flammen aus den oberen Stockwerken des Gebäudes loderten, bevor es schließlich in sich zusammenstürzte. Zurück blieb ein Trümmerhaufen aus verbogenen Stahlträgern.

"Ich war drinnen, als ich plötzlich spürte, wie das Gebäude wackelte. Wir haben uns versammelt und sind raus, und Minuten später ist es eingestürzt", berichtete der Feuerwehrmann Ali. Nahe dem Unglücksort warteten zahlreiche Angehörige von Feuerwehrleuten auf Nachricht von ihren Lieben. "Ich will meinen Vater sehen, nur ganz kurz!" bat ein weinendes Mädchen. Der Vater kam schließlich mit rußgeschwärztem Gesicht, das Kind warf sich in seine Arme.

"Er antwortet nicht"

15aca5cbf68dafd161ef7769451cf34f.jpg

Feuerwehrleute versuchten, den Brand zu löschen, doch dann stürzte das Gebäude ein.

(Foto: dpa)

Der Hausverwalter und mehrere Feuerwehrleute seien zum Zeitpunkt des Einsturzes im Gebäude gewesen, sagte der Ladenbesitzer Ahmad. Ein Passant an der Unglücksstelle berichtete, sein Freund habe einen Laden in dem Hochhaus: "Ich versuche ihn die ganze Zeit anzurufen, aber er antwortet nicht."

Der Brand war im neunten Stockwerk des Gebäudes ausgebrochen und hatte sich rasch auf die darüber liegenden Etagen ausgebreitet. Zunächst war es der Feuerwehr gelungen, die Flammen unter Kontrolle zu bringen, doch dann war das Feuer erneut aufgeflammt. Vier Stunden nach Beginn des Brandes stürzte das Hochhaus ein.

Das Anfang der 60er Jahre errichtete Gebäude war das älteste Hochhaus des Iran. Es umfasste unter anderem ein Einkaufszentrum und Kleidungsfabriken.

Im Hochhaus fehlten Feuerlöscher

Der iranische Präsident Hassan Ruhani ordnete sofortige Ermittlungen zur Unglücksursache an. Ein Feuerwehrsprecher erklärte, die Behörden hätten die Hausverwaltung in der Vergangenheit mehrfach auf mangelnde Brandsicherheit hingewiesen. So hätten Feuerlöscher gefehlt, in den Treppenhäusern sei Kleidung gelagert worden.

Das Anfang der 60er Jahre errichtete Gebäude war das älteste Hochhaus Teherans. Es umfasste unter anderem ein Einkaufszentrum und rund 400 Werkstätten.

Quelle: ntv.de, shu/hul/AFP/dpa