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Quoten vorzeitig erschöpft EU stoppt Thunfischfang

Aus Sorge um die Bestände beendet die EU-Kommission die diesjährige Fangsaison für den Roten Thun vorzeitig. Das Fangverbot betrifft das Mittelmeer und den Ostatlantik.

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Fangsaison für den im Mittelmeer vom Aussterben bedrohten Roten Thunfisch ist in diesem Jahr vorzeitig beendet. Weil die industriellen Fangflotten der EU ihre jährlichen Quoten bereits nach der Hälfte der vierwöchigen Saison erfüllt hatten, stoppte die zuständige EU-Kommissarin Maria Damanaki die Ringwadenfischerei auf Roten Tun. Die Umweltstiftung WWF begrüßte diese Maßnahme, forderte aber ein generelles Verbot der Ringwadenfischerei auf Roten Thunfisch im Mittelmeer auch für die Zukunft.

"Dass die EU Flotte in zwei Wochen ihre gesamte Jahresquote an Rotem Thun ausfischt, ist kein Zeichen für eine Erholung der Bestände - sondern zeigt die immense Überkapazität in dieser Fischerei", sagt Karoline Schacht, Fischereiexpertin des WWF. "Der Einsatz von Ringwadenschiffen in dieser Fischerei ist weder angemessen noch nachhaltig – und ökologisch untragbar".

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Thunfisch-Auktion auf dem Fischmarkt in Tokio.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die französische Fangflotte hatte laut WWF am 8. Juni bereits 1.456 Tonnen, also 86 Prozent ihrer jährlichen Quote gefangen, die spanische Flotte bereits 90 Prozent oder 728 Tonnen Thunfisch. "Dass diese High-Tech-Schiffe für 50 Wochen an der Hafenmauer festliegen, ist absurd. Dass sie überhaupt zum Fischen fahren können, liegt nur an den riesigen Subventionen, die die EU ihnen gewährt hat", so Schacht weiter.

Der WWF hat in der Vergangenheit wiederholt einen Fangstopp im Mittelmeer gefordert. Die Bestände waren hier in den letzten 50 Jahren um 75 Prozent eingebrochen, die fortpflanzungsfähige Population gilt als akut gefährdet.

Quelle: n-tv.de, AFP

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