Panorama

Entdecker des Herodes-Grabes Ehud Netzer tödlich verunglückt

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Am 8. Mai 2007 präsentierte Ehud Netzer in Jerusalem seinen weltberühmten Fund.

(Foto: AP)

Praktisch sein ganzes Leben lang suchte der Forscher Ehud Netzer nach dem Grab des Königs Herodes. Vor drei Jahren fand er es und wurde dadurch weltberühmt. Jetzt stürzte Netzer an eben jener Stätte zu Tode.

Ehud Netzer, einer der bedeutendsten Archäologen Israels und der Entdecker des Sarkophags des Königs Herodes, ist in Jerusalem an den Verletzungen eines Absturzes auf dem Herodion gestorben. Er wurde 76 Jahre alt. Netzer, Professor an der Hebräischen Universität in Jerusalem, war ein Experte für die Architektur des Königs Herodes. Er galt als der größte Bauherr des Heiligen Landes bis in die Neuzeit. Zu seinen Werken gehörten unter anderem die Erweiterung des Jerusalemer Tempels und der Neubau des Hafens von Caesarea.

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Das Herodion ist ein künstlich aufgeschütteter Kegel mit Festungs- und Palastanlage.

(Foto: U. Sahm)

Netzers Mutter war eine Geliebte des Prager Schriftstellers Franz Kafka. Pua Ben Tovim, Netzers Mutter, hatte Kafka Hebräisch gelehrt.

Vor drei Jahren machte Netzer weltweite Schlagzeilen, als er nach lebenslanger Suche endlich das Grab und den Original-Sarkophag des Königs Herodes auf halber Höhe auf dem künstlich angeschütteten Herodionberg nahe Bethlehem fand. Dort hatte sich jetzt Netzer bei der Ausgrabung an ein Geländer gelehnt, das nicht standfest war. Das Geländer gab nach und er stürzte in die Tiefe. Netzer erlag seinen schweren Verletzungen im Jerusalemer Hadassa-Hospital.

Quelle: n-tv.de