Panorama

Tebartz-van Elst gut gelaunt in Rom Ein Selfie mit dem Skandalbischof

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Tebartz van Elst und n-tv Reporter Udo Gümpel in Rom.

(Foto: Udo Gümpel/n-tv.de)

Seit Oktober untersucht eine von der Bischofskonferenz eingesetzte Prüfkommission die auf mehr als 30 Millionen Euro explodierten Kosten am neuen Bischofssitz in Limburg. Derweil weilt der Mann, der alles zu verantworten hat, in Rom. Dort macht Tebartz-van Elst ganz neue Erfahrungen.

Plötzlich steht er neben mir. Der Mann, auf den wir schon eine Woche in Rom und vor seiner Gästewohnung im deutschen Kolleg gewartet haben. Nun steht er da, zum Greifen nah: Franz Peter Tebartz-van Elst, der Noch-Bischof von Limburg. Schulter an Schulter stehen wir im Garten der deutschen Vatikanbotschaft von Rom, es gibt einen Empfang zu Ehren des zum Kardinal ernannten Präfekten der Glaubenskongregation Gerhard Ludwig Müller.

"Darf ich mit Ihnen ein Selfie machen?" Tebartz-van Elst weiß nicht, was das ist. "Das ist ein gemeinsames Foto per Selbstauslöser, so wie es Präsident Barack Obama mit der dänischen Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt gemacht hat, und dann hat sich seine Frau Michelle darüber furchtbar aufgeregt." Die Umstehenden lachen, der Bischof von Limburg ist dabei. Wir machen ein Selfie.

Bitte kein Interview

"Was machen Sie denn jetzt?" Er möchte kein Interview geben, sagt der Bischof von Limburg. "Das werden Sie doch verstehen". Ja natürlich. Aber ein paar Fragen natürlich dennoch: "Was machen Sie denn jetzt gerade?" Er führe sehr viele Gespräche, reise viel, habe eben viele Aufgaben, "auch wenn ich jetzt als Bischof im Augenblick beurlaubt bin". Seine Betonung liegt eindeutig auf: "im Augenblick".

Und wie er sich fühle? "Also mir geht es gut, sicher, das sehen Sie doch." Das sieht man wirklich. Er macht einen ausgeruhten Eindruck, leicht gebräunt, überhaupt nicht in Sorge. Als würden die Vorwürfe an ihm abperlen wie nichts. Ich frage, ob er noch ein paarmal in die Kamera lächeln könne, ich würde diesen Augenblick gerne festhalten. Das ginge schon, "aber nun sei es gut".

Dann bewegt er sich in aller Ruhe zum Büfett, nach gut einer Stunde verlässt er die Vatikanbotschaft mit festem Schritt. Mir machte er den Eindruck, als sei er ganz sicher, bald nach Limburg zurückzukehren, und zwar als Bischof - in Amt und Würden. Dass die anwesenden vier Kardinäle das vielleicht nicht so sehen, das konnte man aus deren Mienen mutmaßen. Aber der Bischof schien fest in seinem Glauben - an eine gute Rückkehr.

Quelle: n-tv.de

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