Panorama

Dreister Bankeinbruch in Berlin Einbrecher kommen durch Tunnel

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Die Bank liegt inmitten von Steglitz an einer belebten Straßenkreuzung.

(Foto: dpa)

Es klingt wie eine Szene aus einem Hollywoodfilm: Einbrecher graben in wochenlanger Arbeit einen 30 Meter langen Tunnel, der von einer Tiefgarage direkt in den Tresorraum einer Bank führt. In der Nacht schlagen sie zu - und verschwinden mit ihrer Beute.

Eine Berliner Bank ist in der Nacht filmreif ausgeraubt worden. Unbekannte Täter  brachen mehrere Schließfächer einer Volksbank-Filiale in der Schloßstraße im Stadtteil Steglitz auf. Beamte entdeckten einen 30 Meter langen Tunnel, der von der Tiefgarage direkt in den Tresorraum der Bank führte. Von den Räubern fehlt jede Spur.

Am frühen Morgen war bei der Feuerwehr zunächst ein Brand in einer nahe gelegenen Tiefgarage gemeldet worden. Wie sich schließlich herausstellte, wurde aus einer Garage dieser Tiefgarage der Tunnel in die Bank gegraben.

Die Polizei geht davon aus, dass das Feuer zur Ablenkung gelegt wurde und um Spuren zu verwischen. Die Tat wurde offenbar über mehrere Wochen vorbereitet. Die Einbrecher hatten selbst die Erde abtransportiert, vor Ort wurde kein Abraum entdeckt.

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Und so erfährt es der Kunde: Aus "technischen Gründen" bleibt die Volksbank-Filiale vorübergehend geschlossen.

(Foto: dpa)

Derzeit sichert die Polizei Spuren, Nachbarn werden befragt. Zur Identität der Täter gibt es bislang keine Hinweise, auch über die Höhe der entstandenen Schäden gibt es noch keine Details. Kunden der Bank werden derzeit zu einer anderen Filiale geschickt.

Vorbild "Coup von Zehlendorf"?

Für den aktuellen Fall gibt es ein spektakuläres Vorbild: Bereits im März 1994 gruben sechs Männer von einer angemieteten Garage in Berlin-Zehlendorf einen etwa 20 Meter langen Tunnel in einen Abwasserkanal, folgten diesem etwa 100 Meter und gruben einen rund 50 Meter langen Tunnel bis zu einer Filiale der Commerzbank.

Fast ein Jahr später, im Juni 1995, schlugen die Räuber schließlich zu. Sie nahmen 16 Geiseln und verlangten 17 Millionen D-Mark Lösegeld, dazu ein Auto und einen Hubschrauber, um flüchten zu können. Nach mehreren Stunden der Belagerung entschlossen sich die Polizeibeamten zum Sturm in die Bank, doch die Täter suchten sie dort vergebens: Die waren zu diesem Zeitpunkt bereits längst durch den heimlich vorbereiteten Tunnel entkommen.

Bereits im Jahr 1929 waren die Brüder Franz und Erich Sass berühmt geworden. Durch einen Tunnel vom Nachbarhaus drangen sie in den Keller der Diskontobank am Berliner Wittenbergplatz ein und räumten den bestgesicherten Tresorraum der Stadt aus. Schätzungen gehen von zwei Millionen Reichsmark aus. Die Brüder werden Jahre später bei einem Einbruch in Dänemark gefasst und eingesperrt. Die Nationalsozialisten brachten sie 1940 in das KZ Sachsenhausen und ermordeten sie. Die Beute aus ihrem großen Einbruch taucht nie wieder auf.

Quelle: ntv.de, dsi/cro

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