Panorama

"Zahlreiche Gebäude eingestürzt" Eine Augenzeugin berichtet

Astrid Nissen arbeitet für die Diakonie Katastrophenhilfe in Haiti und hat das schwere Erdbeben direkt miterlebt. Gegenüber n-tv erzählt sie am Telefon, wie in Port-au-Prince tausende Menschen "auf den Straßen sitzen und liegen, beten, singen".

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Ein verletztes Kind in Haiti.

(Foto: REUTERS)

Ich saß an meinem Schreibtisch und habe das im ersten Moment nicht wahrgenommen und dachte, dass der Ordner, der neben mir umfiel, dass der halt einfach umfiel. Bis es mir dann bewusst war – ich habe schon einmal ein Erdbeben erlebt in Guatemala und auch eins in Nicaragua. Es war mir dann sofort klar, was passiert ist. Und vor allen Dingen, weil es die Prognosen über ein größeres Erdbeben hier in Port-au-Prince auch schon seit sehr langer Zeit gibt. Wir sind dann mit einer Kollegin unter dem Türrahmen im ersten Stock des Büros stehen geblieben und haben die ersten großen Stöße abgewartet und sind dann die Treppe runter, um mit den anderen Kollegen raus auf die Straße vor das Büro zu gehen.

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Astrid Nissen ist Projektleiterin der Diakonie Katastrophenhilfe in Haiti.

 

In der direkten Umgebung ist es vergleichsweise ruhig. Es ist ein residenzieller Stadtteil mit sehr soliden Gebäuden, wo es relativ wenig direkte Schäden gegeben hat. Ich war vor etwa zweieinhalb Stunden in den Straßen von Petionville unterwegs, wo sich schon ein wesentlich erschreckenderes Bild bietet: Zahlreiche Gebäude, die eingestürzt sind, tausende von Menschen wirklich, die in diesem Moment auf den Straßen sitzen und liegen, beten, singen – überall dort, wo es ein bisschen freie Fläche gibt und ein bisschen Licht, denn ansonsten herrscht in der Stadt ein totaler Stromausfall."

Quelle: ntv.de