Panorama

"Kind des Jahres 2005" Elfjährige geehrt

Eine französische Kinderzeitschrift hat jetzt eine elfjährige britische Schülerin als "Kind des Jahres" geehrt, die beim Tsunami vor einem Jahr in Thailand durch eine rechtzeitige Warnung rund 100 Touristen vor der tödlichen Flutwelle bewahrt hat. Die neueste Ausgabe von "Mon Quotidien" erscheint am Dienstag mit der lächelnden Tilly Smith auf dem Titelblatt. Ermittelt wurde das "Kind des Jahres" durch eine Leserumfrage der Zeitschrift, die sich an Kinder von zehn bis 14 Jahren richtet.

Bereits kurz nach der Flutkatastrophe am Indischen Ozean hatte die britische Zeitung "The Sun" von dem damals zehnjährigen Mädchen berichtet. Demnach deutete die Schülerin die Anzeichen für einen bevorstehenden Tsunami richtig und rettete damit ihre Familie und rund 100 andere Urlauber. Smith habe die Gefahr erkannt, als sich das Wasser plötzlich zurückzog, und ihre Mutter gewarnt, schrieb die "Sun" am 1. Januar 2005. Sie habe die Wirkung von Flutwellen nach Seebeben erst zwei Wochen zuvor in ihrer Schule in Oxshott südlich von London durchgenommen, berichtete das Mädchen.

Ihre Eltern, Penny und Colin Smith, warnten daraufhin andere Urlauber und Beschäftigte ihres Hotels auf der Insel Phuket. Das Hotel habe den Maikhao-Strand daraufhin umgehend evakuiert, wenige Minuten vor dem Eintreffen der Flutwelle. Laut "Sun" war der Strand einer von ganz wenigen auf Phuket, an dem niemand getötet oder schwer verletzt wurde.

"Ich war am Strand, und das Wasser wurde auf einmal ganz komisch", zitierte die Zeitung die Schülerin. "Es gab Blasen, und plötzlich war Ebbe. Ich habe gemerkt, was passiert, und hatte das Gefühl, dass es einen Tsunami geben wird. Das habe ich Mami erzählt." Ihre Mutter erklärte, Minuten später sei das Wasser gekommen und habe alles in seinem Weg zerstört. "Ich mag mir gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn wir geblieben wären", sagte die 43-Jährige. Hotelmanager Craig Smith bezeichnete das Mädchen als Heldin. "Es ist phänomenal, dass Tillys Eltern und die anderen am Strand noch leben, weil sie in der Schule gut aufgepasst hat."

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema