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Schmerzensgeld nach Unfall Elfjähriger muss Frau 25.000 Euro zahlen

Statue der Justitia

Statue der Justitia (Symbolbild).

(Foto: dpa)

Tausende Euro Schmerzensgeld und eine Rente muss ein Elfjähriger einer Radfahrerin zahlen – er hatte sie bei einem Unfall schwer verletzt. Ursache sei seine "hochgefährliche" Fahrweise gewesen, so das Gericht.

Ein junger Radfahrer muss einer Frau nach einem Zusammenstoß 25.000 Euro Schmerzensgeld und eine vierteljährliche Rente zahlen. Der zum Unglückszeitpunkt elfjährige Junge sei für den Unfall mit der 57-jährigen Radfahrerin verantwortlich, ein Mangel an der erforderlichen Einsicht habe nicht vorgelegen, urteilte das Oberlandesgericht Hamm. Er wusste also demnach um die Gefahren seiner Fahrweise.

Der Unfall hatte sich bereits 2009 in Werne ereignet. Laut Gericht fuhr der Junge mit den Fahrrad auf dem Gehweg entgegen der Fahrtrichtung, als er an einer Kreuzung mit der Radfahrerin zusammenstieß. Die Frau verletzte sich dabei schwer an Knie und Sprunggelenk, musste mehrfach operiert werden und leidet noch heute unter den Folgen.

Mehr als nur Schmerzensgeld

Das Gericht erklärte, der damals Elfjährige sei zu alt gewesen, um noch auf dem Bürgersteig zu fahren. Er habe keine Vorfahrt gegenüber der von links kommenden Frau gehabt und hätte auch auf den Verkehr auf der linken Seite achten müssen. "Hochgefährlich" sei seine Fahrweise gewesen.

Die Klägerin habe keine Mitschuld. Das Gericht bestätigte damit eine Entscheidung des Landgerichts Dortmund, das der 57-jährigen in erster Instanz Schmerzensgeld, Schadenersatz und eine Rente zusprach. (AZ.: 9 U 238/15)

Nach der Entscheidung des Oberlandesgerichts erhält die Klägerin nicht nur 25.000 Euro Schmerzensgeld, ihr steht auch eine Erstattung des Verdienstausfalls von fast 2.000 Euro und eine Zahlung von 23.000 Euro dafür zu, dass sie ihren Haushalt nicht mehr alleine führen konnte. Für diesen sogenannten Haushaltsführungsschaden wurde der Klägerin außerdem eine vierteljährlich zu zahlende Rente von 820 Euro zuerkannt. Die Zahlung ist durch die Haftpflichtversicherung gedeckt.

Quelle: n-tv.de, vpe/epd/dpa

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