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Erklärt seinen Austritt "schweren Herzens und voller Trauer": Enoch zu Guttenberg.
Erklärt seinen Austritt "schweren Herzens und voller Trauer": Enoch zu Guttenberg.(Foto: picture alliance / dpa)
Samstag, 12. Mai 2012

Streit mit dem BUND: Enoch zu Guttenberg tritt aus

Dirigent Enoch zu Guttenberg verlässt im Streit um den Ausbau der Windkraft den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Der 65-jährige Guttenberg aus dem gleichnamigen Ort im oberfränkischen Landkreis Kulmbach hatte den Umweltverband einst mitgegründet. Der Vater des früheren Verteidigungsministers erklärte, er gehe "schweren Herzens und voller Trauer".

Enoch zu Guttenberg wirft dem Verband vor, die "weitgehende Zerstörung der deutschen Landschaftsschutzgebiete und Naturparks durch riesige Windkraft- aber auch Photovoltaikanlagen" zu dulden und zu unterstützen. BUND-Chef Hubert Weiger bedauerte den Austritt Guttenbergs. "Wir sehen den Austritt als nicht begründet an", sagte er. "Wir kämpfen nicht weniger für den Erhalt der Landschaft als Guttenberg dies zu Recht tut."

Urvater neben Stern und Grzimek

Guttenberg hatte den BUND im Jahr 1975 zusammen mit mehr als 20 anderen Umweltschützern gegründet. Zu den Urvätern des Verbandes zählten auch Fernsehjournalist Horst Stern, Tierfilm-Legende Bernhard Grzimek sowie der heutige Präsident des Deutschen Naturschutzrings, Hubert Weinzierl, und der aktuelle BUND-Vorsitzende Weiger. Der BUND war damals eine Ausweitung des bayerischen Bund Naturschutz (BN) auf ganz Deutschland, der BN fungiert seitdem als BUND-Landesverband.

"Katastrophale Entwicklung"

In der vergangenen Woche hatte Guttenberg erklärt, er stehe "zu 100 Prozent hinter der Energiewende". Aber mit dem Ausbau der Windkraft würde jetzt die Landschaft kaputtgemacht, für deren Erhalt der Verband lange gekämpft habe. "Vor 37 Jahren habe ich den BUND mitgegründet - für eine schönere, gesündere Welt", schreibt Guttenberg nun in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". "Dieses Ziel wurde verfehlt. Mir reicht es." In seiner Austritts-Erklärung sprach Guttenberg von einer "katastrophalen Entwicklung im deutschen Landschafts-, Arten- und Denkmalschutz". Er empfinde es als schmerzlich, dass diese Entwicklung durch den BUND "verantwortungslos gefördert" werde.

Der BN hatte am Freitag die "Attacken" Guttenbergs gegen den naturschutzverträglichen Ausbau der Windkraft scharf kritisiert. In einer Presseerklärung teilte der Verband mit: "Warum Enoch zu Guttenberg ohne einen einzigen konkreten Beleg ausgerechnet den BN angreift, anstatt die Staatsregierung, die eine landesweite ökologische Windkraftplanung in Bayern bis heute nicht nach vorne bringt, bleibt sein Geheimnis."

Quelle: n-tv.de

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