Panorama

Nach Explosion eines Wohnmobils Ermittler in Nashville haben eine Spur

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Hausdurchsuchung im Stadtteil Antioch in Nashville.

(Foto: AP)

Die US-Bundespolizei wartet auf das Ergebnis eines DNA-Abgleichs. Nach Informationen des Senders CNN könnte sich ein 63-Jähriger in dem explodierten Wohnmobil in Nashville befunden haben. Offiziell wird der Mann nicht als Verdächtiger geführt.

Drei Tage nach der gewaltigen Explosion eines Wohnmobils in der Stadt Nashville im US-Bundesstaat Tennessee haben die Behörden einen möglichen Verdächtigen identifiziert. Es handelt sich dabei um einen 63-Jährigen aus dem Stadtviertel Antioch in Nashville. Diese Person sei für die Ermittlungen "von Interesse", sagte Polizeichef John Drake.

Nach Informationen des Senders CNN gehen die Behörden davon aus, dass sie Überreste des 63-Jährigen am Tatort gefunden haben. Am Samstag fingen die Ermittler damit an, sein Haus zu durchsuchen. CNN zufolge wartet die Bundespolizei FBI, die die Untersuchung übernommen hat, auf das Ergebnis eines DNA-Abgleichs von Proben aus dem Haus und vom Tatort.

Im Zentrum von Nashville war am frühen Freitagmorgen ein Wohnmobil explodiert, aus dem heraus zuvor per Lautsprecher-Durchsage Aufforderungen zur Evakuierung gekommen waren. Wegen der Warnungen konnte die Gegend rechtzeitig geräumt werden, drei Menschen wurden leicht verletzt. Die Wucht der Explosion war gewaltig, dutzende Häuser wurden schwer beschädigt.

In den US-Medien wird über den 63-Jährigen bereits ausführlich berichtet. Nach Angaben der "Washington Post" sagten mehrere Nachbarn, der Mann habe ein Wohnmobil wie jenes gehabt, das in Nashville explodierte. Das Fahrzeug habe seit Monaten im Hof des Hauses in Antioch gestanden. Die Annahme, dass er sich selbst in die Luft gejagt hat, sei derzeit eine der Theorien, die von den Ermittlern verfolgt wird, so die Zeitung. Offiziell gilt er bislang nur als "Person von Interesse", nicht als Verdächtiger.

Computerfreak und Einzelgänger

Einige Nachbarn beschrieben den Mann als Einzelgänger. "Man sah nie jemanden kommen oder gehen", sagte einer von ihnen der Zeitung "The Tennessean". Auch der Mann selbst sei nie irgendwo hingegangen. "Soweit wir wissen, war er ein Computer-Freak, der zuhause arbeitete." Dem Lokalblatt zufolge hatte der 63-Jährige in den 1990er-Jahren eine Firma für Alarmanlagen.

Laut "Washington Post" und CNN überschrieb der 63-Jährige sein Haus im November an eine Frau aus Los Angeles. Am Telefon sagte diese der Zeitung, das FBI habe ihr untersagt, darüber zu sprechen.

FBI-Ermittlungschef Doug Korneski sagte bei einer Pressekonferenz am Samstag, rund 250 FBI-Beamte seien an den Ermittlungen beteiligt. Er zeigte sich "ziemlich zuversichtlich", dass der Vorfall aufgeklärt und der Täter gefunden werde. "Wir brauchen einfach nur Zeit." Zu möglichen Verdächtigen wollte sich Korneski nicht äußern. Er deutete jedoch an, dass es keinen Hinweis auf mehrere Beteiligte gebe.

Polizeichef Drake lobte das schnelle Handeln der Beamten. Diese hätten die Warn-Durchsage sofort ernst genommen und mit der Räumung der Häuser begonnen. "Statt es nur als mögliche Drohung aufzufassen und zuerst Verstärkung zu rufen, begannen sie sofort an die Haustüren zu klopfen und die Evakuierung zu koordinieren", sagte Drake.

Tennessees Gouverneur Bill Lee forderte den scheidenden US-Präsidenten Donald Trump auf, in dem Bundesstaat den Ausnahmezustand auszurufen, um rasch Bundesmittel bereitstellen zu können. Am Samstag besuchte Lee das Explosionsgebiet. Der Gouverneur forderte eine Prüfung der teils historischen Gebäude in der Nähe des Tatorts auf ihre "strukturelle Unversehrtheit und Sicherheit".

Quelle: ntv.de, hvo/AFP