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(Foto: AP)
Sonntag, 16. März 2014

Gerüchte über Motiv des Piloten: Ermittler simulieren Flug MH370

Die Ermittler im Falle der verschwundenen Boeing versuchen, die Route des Flugzeuges nachzuvollziehen. Sie simulieren den Flug MH370 in einem Simulator - vorherige Meldungen über ein zweites Flugzeug, das die Route erneut abflog, erwiesen sich als falsch.

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Bei den Untersuchungen zum rätselhaften Verschwinden des Malaysia-Airlines-Passagierflugzeugs simulierten die Ermittler den Flug der Boeing 777-200 offenbar in einem Flugsimulator. Vorherige Meldungen, eine mit der verschollenen Maschine identische Boeing 777-200 habe die vermutete Flugroute nochmals abgeflogen, entpuppte sich als Falschmeldung der Nachrichtenagentur AFP. Es sei kein Flug durchgeführt, sondern die Flugroute in einem Flugsimulator nachgestellt worden.

Offenbar sollten anhand der durch die Simulation gewonnenen Daten untersucht werden, in welche Richtungen die Maschine geflogen ist. So könnten Such- und Bergungsaktivitäten entsprechend angepasst werden. Die malaysische Regierung hatte zuvor zwei mögliche Flugkorridore des verschollenen Passagierjets beschrieben, von denen sich einer vom Nordwesten des Landes bis nach Kasachstan erstreckt und der andere in südwestlicher Richtung bis in den südlichen Indischen Ozean hinaus.

Inzwischen suchen 25 Nationen nach dem vermissten Flugzeug, wie malaysische Behörden mitteilen. dies bringe eine erhebliche Herausforderung in Sachen Diplomatie und Koordination mit sich, zitiert der Nachrichensender CNN einen Minister.

Spekulationen über politisches Motiv des Piloten

Derweil berichtet der amerikanische Nachrichtensender CNN unter Berufung auf gut informiert Kreise, dass sich die US-Ermittler immer stärker auf "Diejenigen im Cockpit" konzentrierten. Malaysische Offizielle bestätigten, dass die Häuser des Piloten und des Copiloten durchsucht worden sind. Auch die Passagiere an Bord sowie alle Ingenieure und Wartungstechniker, die in letzter Zeit mit der Maschine in Berührung kamen, würden überprüft, hieß es. Es wurde jedoch davor gewarnt, Schlüsse daraus zu ziehen.

Zum Beispiel solche: Es gibt Spekulationen, nach denen möglicherweise die politischen Ansichten des 53-Jährigen Piloten Zaharie Ahmad Shah ein Motiv für eine Flugzeugentführung liefern könnte. Der malaysische Oppositionsführer Anwar Ibrahim war am Vortag des Verschwindens der Boeing zu fünf Jahren Haft wegen angeblicher Homosexualität verurteilt worden. Zaharie, selbst Mitglied der Oppositionspartei PKR, sei bei dem Urteil im Gerichtssaal gewesen, heißt es. Nicht nur das Malaysische Transportministerium, auch die Partei selbst bestreitet aber einen Zusammenhang zwischen der politischen Ausrichtung des Piloten und dem Verschwinden der Boeing.

Bereits am Samstag hatte der malaysische Regierungschef Najib Razak bei einer Pressekonferenz bekannt gegeben, dass die Maschine nach neuen Erkenntnissen offenbar bewusst nach Westen umgelenkt wurde und danach stundenlang weitergeflogen sei. Demnach könne der letzte Aufenthaltsort des Jets überall liegen zwischen "Kasachstan und Turkmenistan bis nach Nord-Thailand, oder innerhalb eines südlichen Korridors, der schätzungsweise von Indonesien bis zum südlichen Indischen Ozean reicht".

Indien bricht Suche nach Boeing ab

Unterdessen hat Indien hat die Suche nach dem seit einer Woche verschollenen Passagierflugzeug von Malaysia Airlines vorübergehend eingestellt. Die Suche rund um die Andamanen und Nikobaren und im Golf von Bengalen sei ausgesetzt worden, sagte ein Armeesprecher. Die indischen Streitkräfte warteten auf neue Anweisungen aus Malaysia. Indien war bisher mit Suchflugzeugen und Schiffen an der Suche beteiligt.

Quelle: n-tv.de