Panorama

Waldbrände bei Marseille ausgelöst Ermittlungen gegen Offizier

Nach den schweren Waldbränden in Südfrankreich, die mit Schießübungen ausgelöst wurden, hat die Justiz gegen den verantwortlichen Soldaten der Fremdenlegion ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Bei den schweren Wald- und Buschbränden in Südeuropa hat sich die Lage unterdessen entspannt.

Der 43-jährige Fremdenlegionär Philippe Fontaine muss sich für die unbeabsichtigte Zerstörung von Wäldern, Ländereien und Feldern verantworten, wie die zuständigen Justizbehörden mitteilten. Die Brände hätten bleibende Schäden für die Umwelt verursacht. Der Offizier, der zuvor vom Dienst suspendiert worden war, blieb aber auf Verantwortung der Armee auf freien Fuß.

2lgw4346.jpg7267494900093961922.jpg

1077 Hektar Land wurden vernichtet.

(Foto: dpa)

Durch die Schießübungen waren Mitte der Woche 1077 Hektar Land vernichtet worden. Marseille entging dabei nur knapp einer Katastrophe. Die Einheit der Fremdenlegion hatte am Mittwochvormittag trotz akuter Brandgefahr auf einem Truppenübungsplatz mit Sturmgewehren Leuchtspurmunition verschossen. Gegen Mittag war dann ein erster Brand entdeckt worden, der sich schnell ausbreitete. Der Einsatz von Leuchtspurmunition ist im südlichen Teil Frankreichs wegen der Brandgefahr generell verboten. Die Militärstaatsanwaltschaft nahm die Ermittlungen auf.

Bisher sechs Tote in Spanien

In Spanien schien sich die Lage in den Hauptbrandgebieten nach Angaben der regionalen Behörden zu stabilisieren. Das Innenministerium erhielt die höchste Alarmstufe wegen Brandgefahr aber weiterhin aufrecht. In der nördlichen Region Aragón bestand nach Angaben der Regionalregierung Hoffnung, drei der noch verbliebenen Hauptbrände unter Kontrolle zu bekommen.

COR101_EUROPE-WEATHER-_0725_11.JPG1772357532914036296.jpg

In Spanien hat sich die Lage stabilisiert.

(Foto: REUTERS)

Im Gebiet Hurdes in der zentralspanischen Region Extremadura kämpften 400 Feuerwehrleute gegen ein am Samstagnachmittag offenbar durch Brandstiftung ausgelöstes Feuer. In Spanien starben bislang sechs Feuerwehrleute bei Löscharbeiten, 20.000 Hektar Land wurden verwüstet.

Ermittlungen wegen Brandstiftungen

Auch in Italien gingen die Brände nach Angaben des Zivilschutzes in Rom zurück. Feuer wüteten noch auf der Insel Sardinien, wo mindestens zwei Menschen ums Leben kamen und bislang bis zu 20.000 Hektar Land zerstört wurden. Die Staatsanwaltschaft in Sassari leitete Ermittlungen wegen Brandstiftung ein. Kritisch war die Lage auch auf Sizilien, in Kalabrien und der Basilicata.

2lfy4055.jpg5857753678743065822.jpg

Auf Sardinien wüten die Feuer dagegen noch.

(Foto: dpa)

Auf Korsika kämpfte die Feuerwehr weiter gegen die Ausbreitung der Waldbrände. Sie konzentrierte sich auf ein Gebiet nahe der südkorsischen Stadt Sartène, wo durch Wind angefachte Flammen mehrere Dörfer bedrohten, unter anderem das bei Touristen besonders beliebte Aullène. Dass in Aullène bislang weder Schäden noch Opfer zu verzeichnen waren, nannte der Einsatzleiter der Feuerwehr, Bruno Maestracci, "ein wahres Wunder".

Die Feuer in der Peri-Ebene nahe der korsischen Hauptstadt Ajaccio und im Ortolo-Tal zwischen Sartène und Bonifacio waren unter Kontrolle. In der Stadt Bastia im Nordosten der Insel sowie in der Präfektur Corse-du-Sud nahm die Gendarmerie drei mutmaßliche Brandstifter fest.

Beruhigung in Griechenland

Auch in Griechenland meldeten die Behörden eine Beruhigung der Lage. Brände nahe der südkretischen Hafenstadt Ierapetra und bei Livadia im zentralgriechischen Böotien konnten unter Kontrolle gebracht werden. Zwei Brandherde hielten in Messenien im Süden der Halbinsel Peloponnes die Feuerwehrleute in Atem. Wegen der Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 43 Grad im Schatten und Winden herrschte vielerorts höchste Alarmbereitschaft.

Auf der Insel Ciovo vor der südkroatischen Küstenstadt Split bekämpften Feuerwehrleute mit Unterstützung von Löschflugzeugen und Hubschraubern einen Waldbrand, der etwa 200 Hektar Vegetation zerstörte.

Quelle: ntv.de, AFP/dpa