Panorama

Autopsie von Kim Walls Schädel Es wird eng für U-Boot-Bauer Madsen

e01bb9cbd355c1dd2ad232a82b3d9461.jpg

Laut Peter Madsen wurde Kim Wall von der U-Boot-Klappe erschlagen.

(Foto: imago/ritzau)

Wie starb die Journalistin Kim Wall wirklich? Glaubt man dem dänischen Tüftler Madsen, dann hat die Klappe seines U-Boots sie erschlagen. Doch nach der Autopsie weiterer Leichenteile Walls halten Ermittler diese These für unglaubwürdig.

Nach dem Fund weiterer Leichenteile der schwedischen Journalistin Kim Wall steht der dänische Tüftler Peter Madsen unter Druck. Seine Aussage, dass es auf seinem U-Boot zu einem Unfall gekommen sei, hält die Polizei nun für widerlegt.

Wall war am 10. August nach einem Interview mit Madsen auf dessen U-Boot verschwunden, elf Tage später wurde ihr Torso entdeckt. Madsen hatte zunächst behauptet, die Journalistin wohlbehalten an Land gebracht zu haben. Später sagte er, der Schwedin sei die Ladeluke des U-Boots auf den Kopf gefallen. Sie sei sofort tot gewesen. Er habe die Leiche in Panik über Bord geworfen, sie sei aber nicht zerstückelt gewesen.

Diese Darstellung hält die Polizei mit dem Fund des Kopfes für unglaubwürdig. Es gebe "kein Anzeichen eines Schädelbruchs und keinen Hinweis auf eine andere stumpfe Gewalteinwirkung auf den Schädel", sagte der leitende Kopenhagener Ermittler Jens Möller Jensen und berief sich auf die in der Nacht vorgenommene Autopsie.

Nach Angaben Jensens wurde zunächst der Beutel mit Walls Bekleidung, Unterwäsche und Schuhen gefunden. "In demselben Beutel lag ein Messer, und da waren einige Autorohre zum Beschweren", sagte er. Am Abend fanden Taucher dann den Sack mit Kopf und Beinen, in dem sich ebenfalls Metallteile befanden. Jetzt werde weiter nach den Armen der Toten gesucht, sagte Jensen.

Madsens Verteidigerin wortkarg

Madsens Verteidigerin Bertina Hald Engmark gab sich nach dem jüngsten Fund wortkarg. "Ich wurde über den Fund informiert", sagte sie der schwedischen Nachrichtenagentur TT. Der Fall sowie jegliche Beweise würden "zu gegebener Zeit vor einem rechtsstaatlichen Gericht" verhandelt, "falls ein Verfahren eingeleitet" werde.

Die Suche nach dem Kopf war eine der Prioritäten der Ermittler gewesen, weil die Untersuchung des Torsos keinen Hinweis auf die Todesursache ergeben hatte. Allerdings wurden an Walls Genitalien Verstümmelungswunden festgestellt.

Staatsanwalt Jakob Buch-Jensen hatte am Dienstag in einer Anhörung zur Verlängerung von Madsens Untersuchungshaft gesagt, auf einer Festplatte in der Werkstatt des Erfinders seien "Fetisch"-Videos mit gewaltsamen Szenen gegen Frauen gefunden worden. In den Filmen würden "echte" Frauen gefoltert, enthauptet und anschließend verbrannt. Madsen bestritt, Besitzer der fraglichen Festplatte zu sein.

Wall hatte als freie Journalistin unter anderem für den "Guardian" und die "New York Times" geschrieben. Der exzentrische Autodidakt Madsen hat mit mehreren Erfindungen von sich reden gemacht. Er schoss Raketen ab und und stellte 2008 sein erstes U-Boot "Nautilus" vor.

Quelle: ntv.de, ghö/AFP/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.