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Gibt es MH370-Trümmer wirklich? Experten suchen bislang an falscher Stelle

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Bislang wurde nicht ein Trümmerteil gefunden oder gar geborgen.

AP

Sollen sich die Experten bei der Auswertung der Satellitenbilder tatsächlich um mehr als tausend Kilometer verrechnet haben? Wo schwimmen die angeblichen Trümmerteile von Flug MH370 wirklich? Die Entwicklung lässt reichlich Raum für Verschwörungstheorien.

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Die Suche nach dem Flugzeug dauert bereits rund drei Wochen.

(Foto: REUTERS)

Seit Tagen wird von Hunderten möglichen Trümmerteilen berichtet, die von der vermissten Boeing 777 der Malaysia Airlines stammen sollen. Nach der Auswertung chinesischer Satellitenaufnahmen waren sich die Experten in Malaysia so sicher, dass sie die Familien der Passagiere von Flug MH370 über den Tod ihrer Angehörigen informierten. Jetzt, fast drei Wochen nach dem mysteriösen Verschwinden des Passagierflugzeugs, wird die Suche in Südostasien wieder auf Anfang gesetzt.

Womöglich suchten Aufklärungsflugzeuge zwei Wochen an der falschen Stelle im Indischen Ozean. Die australische Seesicherheitsbehörde (Amsa) dirigierte die Maschinen um in ein Seegebiet 1100 Kilometer weiter nordöstlich. Das neue Suchgebiet ist mit 319.000 Quadratkilometern etwa so groß wie ganz Deutschland - ohne Bayern. Und es liegt näher an Australien, etwa 1850 Kilometer westlich von Perth. Das bedeutet kürzere Anflugzeiten und entsprechend mehr Suchstunden, weil die Maschinen weniger Treibstoff für den Rückflug benötigen. Zudem ist dort das Wetter besser. Die Suchflugzeuge fanden bislang aber auch dort keine Wrackteile.

Flug MH370 mit 239 Menschen an Bord war am 8. März vom Radar verschwunden. Die Maschine war auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking. Die Boeing stürzte nach Überzeugung der Ermittler nach stundenlangem Irrflug im Indischen Ozean ab.

Analyse dauert drei Wochen

"Die neuen Informationen basieren auf der andauernden Analyse von Radardaten zwischen dem Südchinesischen Meer und der Straße von Malakka, bevor der Radarkontakt zur Maschine abbrach", hieß es in einer Amsa-Mitteilung weiter. "Sie legen nahe, dass die Maschine schneller flog als bislang geschätzt und dass sie dadurch mehr Treibstoff verbrauchte. Das reduziert die Distanz, die sie Richtung Indischer Ozean zurücklegen konnte." Unklar ist, warum die Analyse fast drei Wochen dauerte. Weiterhin unklar ist, was die Experten bislang auf den Satellitenfotos gesehen haben wollen.

Quelle: n-tv.de, ppo/dpa/AFP

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