Panorama

Polizei vermutet gezielte Aktion Explosion bei Corona-Testzentrum in Holland

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Sprengstoff-Experten untersuchten das Gelände nach möglichem weiteren explosiven Material.

(Foto: picture alliance / PRO SHOTS)

Nahe einem Corona-Testzentrum im Norden Hollands fliegt ein Sprengkörper in die Luft. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um eine gezielte Tat handelt. Es wäre nicht der erste Anschlag auf ein Testzentrum. Die Corona-Maßnahmen stoßen in den Niederlanden auf großen Widerstand.

Bei einem Corona-Testzentrum im nordholländischen Bovenkarspel ist ein Sprengkörper explodiert. Personen kamen nicht zu Schaden, wie die Polizei mitteilte. Die Polizei geht von einer gezielten Aktion aus, wie ein Sprecher im Radio sagte. Das Zentrum befindet sich in der Kleinstadt rund 50 Kilometer nördlich von Amsterdam.

Kurz vor 7 Uhr explodierte bei dem Zentrum nach Polizeiangaben ein Metall-Rohr. Fünf Fensterscheiben seien zu Bruch gegangen. Zu dem Zeitpunkt sei nur ein Wachmann anwesend gewesen, der nicht verletzt worden sei. Die Polizei riegelte den Explosionsort ab und leitete Ermittlungen ein. Sprengstoff-Experten untersuchten das Gelände nach möglichem weiteren explosiven Material. Angaben zu möglichen Tätern machte die Polizei nicht.

In den Niederlanden sind die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie stark umstritten. Im Januar hatte die Einführung einer nächtlichen Ausgangssperre - der ersten in dem Land seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges - teils gewaltsame Proteste ausgelöst. Am Tag, an dem die Maßnahme in Kraft trat, war in der Ortschaft Urk in der Provinz Flevoland ein Corona-Testzentrum in Brand gesteckt worden.

Im Verlauf der Proteste gegen die nächtliche Ausgangssperre wurden mehr als 400 Menschen festgenommen. Das von 21 bis 4.30 Uhr geltende Ausgangsverbot wurde vor einer Woche bis zum 15. März verlängert. Mit Blick auf soziale, psychische und wirtschaftliche Folgen gab es jedoch geringfügige Lockerungen. Seit 2. März dürfen Friseure, Kosmetikerinnen und Masseure wieder Kunden empfangen.

Besonders für Jugendliche sollte es Erleichterungen geben. So dürfen alle unter 28 Jahren wieder gemeinsam im Freien Sport treiben. Schüler der höheren Schulen dürfen mindestens einen Tag pro Woche wieder zum Unterricht gehen. Der Präsenz-Unterricht an Grundschulen war bereits zuvor wieder möglich. Über eine mögliche weitere Verlängerung des Lockdowns will die Regierung in Den Haag kommenden Montag entscheiden.

Quelle: ntv.de, chf/dpa/AFP

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