Panorama

Bild der erschossenen Frau gepostet Facebook-Mörder schuldig gesprochen

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Medina im Gerichtssaal.

(Foto: AP)

Ein Mann tötet seine Frau und postet ein Foto ihrer Leiche bei Facebook. Im Prozess will er die Geschworenen trotzdem davon überzeugen, er habe sich selbst verteidigen müssen.

In Florida ist ein Mann verurteilt worden, der vor zwei Jahren seine Frau getötet und Bilder ihrer Leiche auf Facebook veröffentlicht haben soll. Der 33-Jährige sei von einer Geschworenen-Jury des Mordes für schuldig befunden worden, berichtete die Zeitung "Miami Herald" unter Berufung auf Gerichtsangaben.

Derek Medina hatte die 26-Jährige demnach im August 2013 bei einem heftigen Streit mit acht Schüssen aus einer Pistole getötet. Vor Gericht hatten seine Anwälte argumentiert, dass er damals aus Selbstverteidigung gehandelt habe. Seine Frau habe ihn mit einem Messer bedroht. Die Staatsanwaltschaft sagte jedoch, Jennifer Alfonso habe auf dem Boden gekauert, als die Schüsse sie trafen. Das belegten auch die Untersuchungen der Gerichtsmediziner. Alfonsos 10-jährige Tochter befand sich zum Zeitpunkt der Tat im Obergeschoss des Hauses.

Nachdem er seine Frau getötet hatte, machte Medina mit seinem Handy Fotos und postete eines bei Facebook. Die zynische Überschrift lautete: "RIP Jennifer Alfonso". Dazu schrieb er, dass er erwarte, für die Tat ins Gefängnis zu gehen oder gar die Todesstrafe zu bekommen. Das Foto der Leiche war seinerzeit erst nach Stunden aus dem sozialen Netzwerk entfernt worden.

Kaltblütiger Mord

Das Strafmaß wird am 11. Januar verkündet. Dem Verurteilten droht lebenslange Haft. "Keine Familie sollte jemals erleben müssen, wie ihre Tochter getötet und dann wie eine makabre Trophäe weltweit im Internet zur Schau gestellt wird", schrieb Staatsanwältin Katherine Fernandez Rundle in einer Mitteilung nach dem Urteil.

Die Anklage zeigte sich überzeugt, dass Medina beschlossen hatte, seine Frau zu töten, weil sie ihn verlassen wollte. Der Mann habe seine Frau "kaltblütig ermordet, um sein eigenes verletztes Ego zu heilen". Den Argumenten der Verteidigung, Alfonso sei drogensüchtig gewesen und habe einem Satanskult angehangen, schenkten die Geschworenen keinen Glauben. Aufnahmen der im Haus vorhandenen Überwachungskameras belegen zudem, dass den Schüssen eine häusliche Auseinandersetzung vorausgegangen war.

Quelle: ntv.de, sba/dpa