Panorama

Polizei ermittelt wegen Selbstjustiz Facebook-Nutzer jagen Sexualstraftäter

Fahndungen über Facebook sind für die Polizei Segen wie Fluch. Sie erreichen zwar eine große Gruppe potenzieller Zeugen, können jedoch schnell zur Hetzjagd werden. Genau das ist jetzt in Frankfurt am Main passiert.

Seit Tagen fahndet die Frankfurter Polizei nach einem Mann, der im Stadtgebiet sechs Frauen angefallen hat. Jetzt ermitteln die Behörden gegen einen Facebook-Nutzer, der auf der Internetplattform zur Jagd auf den Täter aufgerufen hat. Es gehe um die Verletzung von Persönlichkeitsrechten, sagte eine Polizeisprecherin. Völlig unbeteiligte Menschen seien auf der Seite zu Verdächtigen gemacht worden.

"Lasst uns diesen Hundesohn finden", fordert der anonyme Betreiber der Seite, dessen Aufruf zur Selbstjustiz inzwischen auf Facebook bei mehr als 12.000 Nutzern Gefallen gefunden hat. Auf der Seite wurden auch verdächtige Autokennzeichen und Fotos gepostet. Ein Bild zeigt einen Mann, der auf die Bahn wartet. Zur gefährlichen Internet-Prominenz verhalf ihm seine Halbglatze. Aller Wahrscheinlichkeit nach sei er völlig unbeteiligt, sagte ein Polizeisprecher zum Sender RTL.

Die Polizei fahndet mit einem Phantombild nach dem Sexualtäter. Er soll zwischen 30 und 35 Jahre alt sein. Der Gesuchte hat den Ermittlungen zufolge seit dem 19. Oktober Frauen brutal überfallen und teils versucht, sie zu vergewaltigen. Alle Opfer konnten fliehen. Inzwischen seien rund 300 Hinweise eingegangen, sagte die Polizeisprecherin. Eine heiße Spur gebe es jedoch nicht.

Quelle: n-tv.de, dpa

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