Nach WutausbruchFernsehaffe erschossen
Der Affe konnte sich alleine anziehen, selbstständig essen, den Fernseher mit der Fernbedienung bedienen und am Computer spielen.
Ein gut 90 Kilo schwerer Schimpanse hat im US- Staat Connecticut eine Frau angegriffen und ihr das Gesicht und die Hände zerbissen. Nach Medienberichten wurde die 55- Jährige lebensgefährlich verletzt. Die Besitzerin des Affen erlitt einen Schock. Mit einem Küchenmesser hatte sie noch versucht, die Frau vor dem Tier zu retten. Ein Polizist erschoss schließlich den Affen, der früher auch in Fernsehwerbungen und in einem TV-Pilotfilm aufgetreten war.
Die beiden Frauen aus Stamford waren den Berichten zufolge befreundet: Wie schon viele Mal zuvor hatte das spätere Opfer ihre Bekannte besucht, die den Affen namens Travis nach dem Tod ihrer Tochter wie ein eigenes Kind behandelt hatte. Plötzlich ging das Tier auf den Gast los und biss immer wieder auf ihn ein. Vergeblich versuchte die Besitzerin, den 15-jährigen Schimpansen mit Messerstichen zu stoppen. Darauf flüchtete er ins Freie. Dort waren gerade Polizisten mit einem Streifenwagen eingetroffen. Als der Schimpanse versuchte, die Autotür zu öffnen und einen Seitenspiegel abriss, schoss ein Beamter. Travis schaffte es noch zurück ins Haus, dort starb er.
Der Schimpanse war stadtbekannt. Die Besitzerin und ihr Ehemann hatten ihn von kleinauf gehegt und gepflegt, nach dem Tod ihrer Tochter bei einem Autounfall hatte er praktisch den Platz des verlorenen Kindes eingenommen. Er fuhr mit seinem "Frauchen" im Auto, winkte aus dem Fenster, aß mit den Eheleuten an einem Tisch, trank aus einem Weinglas - und goss die Blumentöpfe im Haus. Und er liebte Schabernack: 2003 beispielsweise war er aus dem Fahrzeug seiner Besitzerin gesprungen und hatte zwei Stunden lang auf einer Kreuzung den Verkehr angehalten. Der Polizei gelang es damals nicht, an ihn heranzukommen: Travis kehrte schließlich, des Spielens müde, von selbst heim.
Es wurde gerätselt, warum das Tier plötzlich zum Monster wurde. "Wir haben ihn nie gewalttätig gesehen. Er gehörte zur Familie", zitierten Medien einen Polizisten.