Panorama

"Papst fährt Kirche an die Wand" Fernsehpfarrer tritt zurück

Er ist als Sprecher des "Wortes zum Sonntag" bekannt, jetzt tritt er von einem seiner Ämter zurück: Michael Broch. Der Pfarrer hatte den Papst in einem Interview kritisiert.

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Michael Broch: Vertrauen verloren

(Foto: picture alliance / dpa)

Nach einem papstkritischen Interview tritt der Geistliche Direktor des "Instituts zur Förderung des publizistischen Nachwuchses" (IFP) in München, Pfarrer Michael Broch, von seinem Amt zurück. Er habe das nötige Vertrauen zahlreicher Bischöfe verloren, teilte die Deutsche Bischofskonferenz mit. Broch gibt das Amt zum 15. August auf. Er hatte die Geistliche Leitung des IFP erst im April angetreten.

Der medienerfahrene Pfarrer, der vielen Fernsehzuschauern auch als Sprecher des "Wortes zum Sonntag" bekannt ist, war am 22. Mai in der "Leonberger Kreiszeitung" mit Bewertungen der kirchlichen Lage und zuspitzenden Aussagen zitiert worden, "die in der Bischofskonferenz für unvereinbar gelten mit der Verantwortung, die dem Geistlichen Direktor des IFP zufällt", wie es hieß.

Würdigung von Zollitsch

Broch hatte in dem Interview und in weiteren Stellungnahmen unter anderem den Zölibat kritisiert und die Reaktion von Papst Benedikt XVI. auf die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche kritisch bewertet. So wurde er mit der Aussage zitiert "wenn es so weitergeht, fährt Papst Benedikt die Kirche an die Wand".

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, würdigte in einem Schreiben an Pfarrer Broch dessen langjährige Verdienste in der kirchlichen Medienarbeit. Dass sein Wirken im Bereich der kirchlichen Förderung des journalistischen Nachwuchses nun wenige Monate nach Beginn endet, bedauere er.

In einem Brief an die journalistische Direktorin des ifp, Elvira Steppacher, habe Zollitsch zugesagt, die Suche nach einem Nachfolger für Broch zu unterstützen, teilte die Bischofskonferenz weiter mit. "Ich schätze Herrn Broch menschlich und fachlich sehr und bedauere, dass diese Unbedachtheit nun diese Folgen hat", sagte Steppacher. Sie respektiere Brochs Schritt aber.

Quelle: n-tv.de, dpa

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