Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ Fitnessstudios rechnen erst 2023 mit Erholung +++

Deutschlands Fitnessstudios haben nach eigener Einschätzung noch jahrelang mit den Folgen von Corona-Schließungen in diesem Frühjahr zu kämpfen. Erst Ende 2022 oder Anfang 2023 werde voraussichtlich das Vorkrisenniveau erreicht, sagt die Präsidentin des Fitnessstudioverbandes DSSV, Birgit Schwarze, der dpa. Auch die Kölner Fitnessmesse Fibo findet dieses Jahr nur als Online-Version statt - also ohne Publikum vor Ort. Normalerweise tummeln sich bei der Fibo Zehntausende Besucher in den Kölner Messehallen. Wegen der Pandemie mussten die Fitnessstudios von Mitte März bis Mitte Mai oder Anfang Juni schließen, der Zeitraum war je nach Bundesland unterschiedlich.

+++ Überblick - Das sind alle Risikogebiete in Europa +++
Insgesamt hat das RKI Regionen in zehn EU-Staaten Regionen zu Risikogebieten erklärt. Dazu gehören auch Teile von Großbritannien - nämlich ganz Nordirland und Wales. In Irland wurde das Grenzgebiet zu Nordirland derart eingestuft. In Frankreich gilt die Einstufung als Risikogebiet für den größten Teil des Landes - ausgenommen der Region Grand-Est. Auch diverse Gebiete in Osteuropa gelten neu als Risikogebiete: in Ungarn die Regionen Csongrad, Vas sowie Pest mit der Hauptstadt Budapest. In Rumänien wurden die Regionen Alba und Cluj auf die Liste gesetzt, in Slowenien die Region Koroska. In Estland wurde die Region Idu-Viru als Risikogebiet eingestuft, in Litauen die Region Siauliu.

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+++ RKI: R-Werte liegen seit zwei Wochen über kritischem Wert +++
Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen liegt dieser Wert aktuell bei 1,00 (Vortag: 1,03). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. Der einfache R-Wert ist zwar am Mittwoch von 1,12 am Vortag auf 0,96 gesunken. Aber: "Die berichteten R-Werte lagen seit der zweiten Septemberwoche überwiegend über 1", schreibt das RKI. "Auch wenn heute die R-Werte etwas niedriger sind, muss die Entwicklung weiter beobachtet werden."

 

+++ 06:16 DIHK: Weltweiter Warenverkehr bricht massiv ein +++
Der weltweite Verkehr von Gütern und Waren ist einem Medienbericht zufolge in der Corona-Krise massiv eingebrochen. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland unter Berufung auf den aktuellen Außenwirtschaftsreport des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Der Report basiere auf einer Umfrage unter den einzelnen Industrie- und Handelskammern (IHKs), die mehr als 500.000 Mitgliedsunternehmen mit Aktivitäten im Ausland organisierten und für die Ausstellung von Dokumenten für den internationalen Warenverkehr zuständig seien.

+++ 05:37 Hunderttausende Gastro-Minijobs sind weg +++
Im Zuge der Corona-Pandemie sind im Gastgewerbe bis Ende Juni rund 325.900 Minijobs weggebrochen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Minus von fast 36 Prozent, wie aus Daten der Minijobzentrale hervorgeht. Fast 184.000 Minijobs gingen demnach allein in Restaurants und anderen Gaststätten verloren. Das Gastgewerbe war von den Corona-Einschränkungen vor allem im Frühjahr besonders betroffen. Allein zwischen März und Juni verzeichnete die Branche nach Angaben des Dehoga-Verbandes Umsatzeinbußen von 17,6 Milliarden Euro.

+++ 04:55 Schweden kippt Besuchsverbot in Altenheimen +++
Schweden schafft eine seiner striktesten Corona-Auflagen ab: Seit Anfang April durften Angehörige ihre Familienmitglieder nicht mehr in Seniorenheimen besuchen - nun wird es wieder erlaubt. Von den rund 3400 zwischen Januar und Mai in Schweden registrierten Todesfällen durch das Coronavirus war fast die Hälfte auf Altenheime entfallen. Ende April hatte Gesundheitsministerin Lena Hallengren in dem Zusammenhang von einem "Versagen der Gesellschaft als Ganzes" gesprochen. Kritiker hatten die Arbeitsbedingungen in den Heimen mit für die hohen Zahlen verantwortlich gemacht: Viele ungelernte Mitarbeiter arbeiten unter prekären Bedingungen und können es sich wegen drohender Lohnausfälle nicht leisten, bei leichten Krankheitssymptomen zu Hause zu bleiben.

 

+++ 03:58 Indien lässt Schulen wieder öffnen +++
In Indien können trotz weiter steigender Infektionszahlen bald Schulen, Kinos und Schwimmbäder wieder öffnen. Die Entscheidung werden den Regierungen der indischen Bundesstaaten und Territorien überlassen, teilt das Innenministerium mit. Schüler sollen aber nicht dazu gezwungen werden, zur Schule zu gehen. In den indischen Kinos sollen künftig nur die Hälfte der Sitzplätze belegt werden, in den Schwimmbädern sollen wieder trainiert werden dürfen. In Indien wurden bislang offiziell mehr als 6,2 Millionen Corona-Infektionen registriert - nur in den USA gibt es mehr bekannte Fälle. Mehr als 97.000 Menschen an Covid-19 sind gestorben.

+++ 03:02 Lateinamerika verlor 34 Millionen Arbeitsplätze durch Pandemie +++
Mindestens 34 Millionen Menschen in Lateinamerika und der Karibik haben wegen der Pandemie im ersten Halbjahr 2020 ihre Jobs verloren. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zur Lage in neun Ländern. Die UN-Organisation warnt vor einer beispiellosen Krise der Arbeitsmärkte und "einem drastischen Schrumpfen von Erwerbstätigkeit, Arbeitszeit und Einkommen." Lateinamerika und die Karibik sind demnach die Weltregion mit dem größten prozentualen Rückgang bei Arbeitszeit und Arbeitseinkommen. Die Beschäftigungsquote - der Anteil der Erwerbstätigen an der Bevölkerung - fiel im ersten Quartal 2020 auf einen "historischen Tiefstand" von 51,1 Prozent.

+++ 02:21 Über 1000 neue Tote in Brasilien +++
Brasilien meldet nach Angaben des Gesundheitsministeriums binnen 24 Stunden 1031 weitere Todesfälle und 33.413 Neuinfektionen. Damit verzeichnet das lateinamerikanische Land insgesamt 143.952 Todesopfer und über 4,81 Millionen bestätigte Coronavirus-Fälle.

 

+++ 01:33 Bundeswehr-Hilfe abgelehnt: Kramp-Karrenbauer kritisiert Berliner Bezirk +++
Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat die ablehnende Haltung des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg gegen Hilfe der Bundeswehr zur Nachverfolgung von Kontakten bei Corona-Infizierten kritisiert. Das berge die Gefahr, eine Verschärfung der Lage für ganz Berlin zu riskieren, sagte die CDU-Chefin dem "Tagesspiegel". Sie sieht "ideologische Gründe". Überall sonst werde die Hilfe der Soldatinnen und Soldaten dankbar angenommen. In elf Berliner Bezirken kommen bereits Soldaten zum Einsatz, die bei der oft telefonischen Nachverfolgung der Kontakte von Infizierten oder in Teams für Tests eingesetzt werden. Zu den bisher 60 Soldatinnen und Soldaten sollen noch einmal 180 dazukommen.

+++ 00:29 Pauschale Reisewarnung für Nicht-EU-Länder aufgehoben +++
Nach mehr als einem halben Jahr hebt die Bundesregierung die pauschale Reisewarnung wegen der Pandemie für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union auf. Jedes Land der Welt wird nun einzeln bewertet - so wie bisher bereits die Länder der EU und des grenzkontrollfreien Schengen-Raums. Eine Reisewarnung wird nur noch Länder und Regionen ausgesprochen, die den Grenzwert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche überschreiten. Das betrifft derzeit mehr als 130 Länder ganz oder teilweise.

 

+++ 23:51 Krise treibt Argentinier in die Armut +++
Durch die Pandemie hat die Armut in Argentinien deutlich zugenommen. In dem einst reichen Land leben inzwischen 40,9 Prozent der Menschen unter der Armutsgrenze, wie die Statistikbehörde mitteilt. Das sind 5,5 Prozentpunkte mehr als im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres. 10,5 Prozent der Menschen leben demnach in extremer Armut. Um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen, hatte die Regierung bereits Mitte März recht strenge Ausgangsbeschränkungen erlassen, die zumindest im Großraum Buenos Aires noch immer gelten. Die harten Restriktionen trafen auch die Wirtschaft, vor allem informell Beschäftigte können seit Monaten nicht ihrer Arbeit nachgehen.

+++ 22:55 Auswärtiges Amt nimmt Reisewarnung für Belgien vorübergehend wieder von der Seite +++
Kurz nachdem das Auswärtige Amt eine Reisewarnung für ganz Belgien ausgesprochen hat, ist der Hinweis am Abend wieder von der Website des Ministeriums verschwunden. Ein Sprecher des Ministeriums begründet das damit, dass das Robert Koch-Institut Belgien noch nicht offiziell als Corona-Risikogebiet ausgewiesen habe. Die Entscheidung sei aber gefallen und die Reisewarnung werde in Kürze wieder eingestellt. Auch der deutsche Botschafter in Brüssel, Martin Kotthaus, hatte die Reisewarnung für ganz Belgien auf Twitter bereits bestätigt.

+++ 22:21 Frankreich: Wieder deutlich mehr als 10.000 Neuinfektionen, 135 neue Intensivpatienten +++
In Frankreich ist die Zahl der Neuinfektionen wieder auf mehr als 10.000 gestiegen. Die Gesundheitsbehörden melden 12.845 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Am Dienstag waren nur gut 8000 Neuinfektionen registriert worden - das war nur noch die Hälfte des Höchststandes von mehr als 16.000 in der vergangenen Woche. Sorge bereitet den französischen Behörden derzeit auch die steigende Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen: Landesweit wurden binnen 24 Stunden 135 Patienten neu aufgenommen. Damit liegen derzeit in Frankreich mehr als 1230 Erkrankte auf Intensivstationen.

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+++ 21:49 Spahn: Impfstoff "so schnell wie noch nie in Menschheitsgeschichte" +++
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist zuversichtlich, dass schon bald ein Impfstoff gegen das Coronavirus zur Verfügung stehen wird. "Was Stand heute jedenfalls optimistisch stimmt, ist, dass wir wahrscheinlich so schnell wie noch nie in der Menschheitsgeschichte einen Impfstoff bei einem neuen Virus haben werden", sagt Spahn gegenüber ntv und RTL. Es gebe mehrere vielversprechende Ansätze. "Daher rechne ich, wenn es nicht noch Rückschläge gibt, Anfang nächsten Jahres mit einem Impfstoff", so Spahn. Da nicht für die gesamte Bevölkerung auf einmal sofort Impfstoff zur Verfügung stehen werde, müsse man anfangs priorisieren. Wie eine solche Priorisierung aussehen soll, müsste nun ausgearbeitet werden: "Ich möchte, dass das gut auch ethisch fundiert ist, damit es Akzeptanz hat."

+++ 21:41 Bundesregierung spricht Reisewarnung für ganz Belgien aus +++
Die Bundesregierung spricht wegen steigender Infektionszahlen für ganz Belgien eine Reisewarnung. Das geht aus den am Abend aktualisierten Reisehinweisen des Auswärtigen Amts hervor. In Belgien wurde zuletzt nur die Hauptstadt Brüssel als Corona-Risikogebiet geführt. Die Ausweitung auf das ganze Land betrifft nun auch Grenzregionen zu Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

+++ 21:22 Spanien beschließt Abriegelung Madrids und weiterer Städte +++
Die spanische Zentralregierung hat ungeachtet des Widerstands mehrerer Landesregionen die Abriegelung von Großstädten im Falle hoher Corona-Infektionszahlen angekündigt. "Die Anordnung wird mit Veröffentlichung im Amtsblatt in den nächsten Tagen in Kraft treten", sagt Gesundheitsminister Salvador Illa. Nach den aktuell vorliegenden Zahlen wären von den Abschottungsmaßnahmen Madrid und neun weitere Städte im Großraum der Hauptstadt betroffen, so Illa. Der Anordnung zufolge sollen Bewegungsfreiheit und soziale Kontakte immer dann eingeschränkt werden, wenn in einer Stadt mit mindestens 100.000 Einwohnern die 14-Tage-Inzidenz über 500 Neuinfektionen liegt, mindestens zehn Prozent aller Corona-Tests positiv ausfallen und die Betten auf Intensivstationen zu mehr als 35 Prozent mit Corona-Patienten belegt sind.

+++ 20:43 Wieder mehr als 2000 Neuinfektionen in Deutschland, Intensiv-Fallzahl steigt +++
Die Gesundheitsämter der Bundesländer melden den dritten Tag in Folge mehr als 2000 neu festgestellte Corona-Infektionen. Nach den von ntv.de erfassten und zusammengeführten Angaben haben sich binnen 24 Stunden 2128 Menschen mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Damit gelten aktuell 25.288 Menschen offiziell als aktive Träger des Virus. Insgesamt fast 256.000 Menschen haben Covid-19 überstanden, diese Werte sind jedoch teilweise vom RKI geschätzt. Allerdings zeichnet sich ein Anstieg bei den aktuell intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten ab. Laut aktuellem RKI-Lagebericht werden derzeit 355 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 195 davon werden beatmet. Vor einer Woche hatte der Wert noch bei 293 (159 beatmet) gelegen, in der Woche davor bei 233 (128 beatmet). Rund 8700 der rund 30.700 registrierten Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.

Die wichtigsten Entwicklungen des Vortages zur aktuellen Lage rund um die weltweite Coronavirus-Pandemie können Sie hier lesen.

Quelle: ntv.de, ino/jug/rts/dpa/AFP