Panorama

Am Brennerpass erfroren? Flüchtlinge sterben auf Güterzug

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Der Zug war im italienischen Verona gestartet und dann über den 1400 Meter hohen Brenner gefahren.

(Foto: dpa)

Vermutlich um nach Deutschland zu gelangen, springen drei Flüchtlinge auf einen Güterzug auf, der vollbeladen mit Lastwagen den Brenner passieren soll. Stundenlang harren sie in Eiseskälte in ihrem Versteck aus. Als sie entdeckt werden, ist es zu spät.

Zwei Flüchtlinge sind in Österreich in ihrem Versteck auf einem Güterzug ums Leben gekommen - ein weiterer wurde schwer verletzt. Wie die Polizei berichtete, wurden ein Mann und eine Frau im Bahnhof Wörgl von Lastwagen überrollt, die auf dem Güterzug transportiert worden waren und gegen 1 Uhr nachts abgeladen werden sollten. Nach Informationen der "Neuen Südtiroler Tageszeitung" handelt es sich bei den Toten um Schwarzafrikaner.  

Nach einer ersten Einschätzung der Polizei in Tirol dürften die beiden Opfer schon vorher erfroren sein. "Die Lastwagen starten alle gemeinsam ihre Motoren und fahren erst zehn Minuten später los. Da muss man normalerweise aufwachen", sagte ein Polizeisprecher. Die genaue Todesursache soll nun eine Obduktion klären. Die genaue Herkunft und das Alter der Migranten, die wahrscheinlich auf dem Weg nach Deutschland waren, sind noch unbekannt. Medienberichten zufolge trugen sie keine Papiere bei sich.

Der Zug der sogenannten Rollenden Landstraße war im italienischen Verona gestartet und über den fast 1400 Meter hohen Brenner nach Österreich gefahren. Er hatte zwischendurch etwa anderthalb Stunden am Brenner gehalten. Beim Entladen sei dann einem der Lkw-Fahrer aufgefallen, dass etwas auf der Ladefläche gelegen habe. Er sei zunächst davon ausgegangen, dass es sich um einen Rucksack oder Ähnliches handelt.

"Die beiden Fahrer stiegen aus, um sich den Fund auf der Ladefläche des Niderflugwaggons näher anzusehen", so der Sprecher. "Dort lag ein lebloser Körper." Unter einem zweiten Lkw hätten sie dann eine weitere Leiche gefunden. Der schwer verletzte dritte Mann sei in die Klinik nach Innsbruck gebracht worden. Laut Polizei befindet er sich in einem "äußerst kritischen Zustand". Die Polizei vermutet, dass die drei Flüchtlinge bereits in Trient auf den Zug aufgesprungen sind. Die beiden Lkw-Fahrer erlitten einen Schock.

Quelle: ntv.de, jug/dpa