Panorama

Keine Heuer, kein Proviant, kein Sprit Frachter dürfen Wilhelmshaven ansteuern

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Die Schiffe dürfen die Warteschlange verlassen.

(Foto: dpa)

Nach wochenlanger Dümpelei in der Nordsee dürfen drei Containerschiffe endlich ihren Ankerplatz vor Wangerooge verlassen und Wilhelmshaven ansteuern. Dort werden sie voraussichtlich an die Kette gelegt, weil der Besitzer den Crews keine Heuer zahlte.

Drei seit Wochen vor Wangerooge festliegende Containerschiffe dürfen Wilhelmshaven anlaufen. Das kündigte das deutsche Havariekommando in Cuxhaven nach Verhandlungen mit Hafenbehörden an. Zwei Frachter sollten im Laufe des Tages Wilhelmshaven ansteuern, das dritte am Freitag. Dort werden die Schiffe mit 41 Seeleuten voraussichtlich an die Kette gelegt und dürfen vorläufig nicht mehr auslaufen.

Die früher in Charter für die dänische Maersk-Line fahrenden Schiffe "Maersk Valetta", "Maersk Vigo" und "Maersk Vancouver" ankern seit Mitte Juli nahe Wangerooge. Der marokkanische Eigner soll in finanziellen Schwierigkeiten stecken und hatte den Besatzungen weder Heuer noch Geld für Proviant oder Treibstoff überwiesen. Die Berufsgenossenschaft für Transport und Verkehrswirtschaft verweigerte darauf die Weiterfahrt, weil rechtliche Bedingungen nicht erfüllt waren. Die kurze Fahrt nach Wilhelmshaven wurde jedoch genehmigt.

"Es gab keine akute Gefahr draußen durch die Schiffe, aber ein Notfall hätte schnell eintreten können", sagte Ulrike Windhövel vom Havariekommando. Dieses hatte mit der Internationalen Transportarbeiter-Föderation (ITF) in Bremen nach Lösungen gesucht.

Die Lage auf den ankernden Schiffen hatte sich in dieser Woche etwas entspannt. Die Crews seien mental und physisch stabil, hieß es nach dem Besuch eines Helferteams mit einer Ärztin und einem Psychologen. Alle Schiffe seien sauber und in gutem Zustand. Das Havariekommando schickte Trinkwasser, Medikamente und Handykarten für die Seeleute. Zudem wurden der Müll entsorgt und 2000 Liter Spezialöl geliefert, um die Bordanlagen auf der "Maersk Valetta" in Gang zu halten.

Quelle: ntv.de, dpa