Panorama
Das Unglück ereignete sich rund 1100 Kilometer nordwestlich der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires.
Das Unglück ereignete sich rund 1100 Kilometer nordwestlich der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires.(Foto: dpa)
Dienstag, 10. März 2015

Zehn Tote bei Hubschrauberunglück: Frankreich trauert um Sportstars

Während der Dreharbeiten für eine französische Fernsehshow in Argentinien kommt es zu einem tragischen Unfall. Beim Absturz von zwei Helikoptern sterben auch drei ehemalige Spitzensportler aus Frankreich. Die Ursache für das Unglück ist bislang noch unklar.

Der Tod von zehn Menschen bei Dreharbeiten für eine Survival-Show hat in Frankreich Fassungslosigkeit ausgelöst. Bei der Kollision von zwei Hubschraubern waren in Argentinien acht Franzosen und die beiden argentinischen Piloten ums Leben gekommen.

Unter den Opfern befindet sich auch Schwimm-Olympiasiegerin Camille Muffat (25).
Unter den Opfern befindet sich auch Schwimm-Olympiasiegerin Camille Muffat (25).(Foto: dpa)

Zu den Opfern zählen einstige Spitzensportler wie die Schwimm-Olympiasiegerin Camille Muffat (25), der Boxer Alexis Vastine (28) und die Seglerin Florence Arthaud (57). Die Ursache des Unglücks war zunächst unklar. Frankreichs Präsident François Hollande und Premierminister Manuel Valls zeigten sich erschüttert. "Ganz Frankreich trauert", twitterte Valls. Auch in der Sportwelt war das Entsetzen groß.

IOC flaggt halbmast

Auch die Sportwelt reagierte geschockt. "Camille war eher schüchtern, aber wenn es etwas zu lachen gab, war sie immer dabei", sagte Freistilstaffel-Olympiasieger Amaury Leveaux über seine Teamkollegin. Das Internationale Olympische Komitee wird die olympische Flagge über seinem Sitz in Lausanne für drei Tage auf halbmast wehen lassen, "um die großen Champions zu ehren".

Muffat hatte erst im vergangenen Jahr kurz vor der EM in Berlin überraschend ihre Leistungssport-Karriere beendet, um ein Leben abseits des harten Trainings beginnen zu können. 2012 hatte sie in London Olympia-Gold über 400 Meter Freistil, Silber über die 200 Meter Freistil sowie Bronze mit der französischen Freistil-Staffel über 4 x 200 Meter gewonnen.

Vastine hatte 2008 in Peking Bronze errungen, nachdem er im Halbfinale sehr umstritten an Felix Diaz aus der Dominikanischen Republik gescheitert war. Vier Jahre später verlor er in London im Viertelfinale gegen den amtierenden Weltmeister Taras Schelestjuk.

Arthaud war in Frankreich eine Segel-Ikone. Ihr größter Triumph gelang ihr 1990, als sie als erste Frau die gefährliche Regatta Route du Rhum gewann. Das Trans-Atlantik-Rennen wird allein gesegelt. Ihr Erfolg mit der Yacht Pierre 1 machte die Pariserin zum Star, sie wurde zu Frankreichs Sportlerin des Jahres gewählt. Sie trug den Spitznamen "Verlobte des Atlantiks".

Die Fernsehteams waren zu Dreharbeiten für die Reality-Show "Dropped" des französischen Senders TF1 in der Schlucht Quebrada del Yeso unterwegs. Bei der Überlebenssendung werden Teilnehmer in einsamen Landschaften ausgesetzt und mehrere Tage sich selbst überlassen. Die Dreharbeiten wurden abgebrochen, die Teams der Produktionsgesellschaft Adventure Line Production (ALP) sollten nach Frankreich zurückkehren. TF1 wollte "Dropped" in diesem Jahr erstmals ausstrahlen.

Region ist bekannt für plötzliche Windstöße

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Das Unglück ereignete sich nahe der Ortschaft Villa Castelli in der Provinz La Rioja, rund 1100 Kilometer nordwestlich der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Die beiden Helikopter seien rund 400 Meter vom Startpunkt entfernt zusammengeprallt und brennend abgestürzt, berichteten lokale Medien. Beide Piloten waren erfahren - sie arbeiteten früher für die Luftwaffe.

Auf Videoaufnahmen des Unglücks ist zu sehen, wie die Helikopter zunächst nebeneinander fliegen, sich dann nähern und schließlich zusammenstoßen. "Es gab eine große Explosion und dann war alles in Flammen gehüllt", zitierte die Zeitung "Nueva Rioja" eine Augenzeugin. Die Hubschrauber vom Typ Eurocopter waren kurz zuvor bei gutem Wetter gestartet. In der Region sind jedoch plötzliche Windstöße üblich. Die Feuerwehr brauchte zwei Stunden, um den Brand zu löschen.

Die Leichen konnten erst verspätet geborgen werden. Zuvor musste die Ankunft von Flugunfallexperten abgewartet werden, die aus dem 500 Kilometer entfernten Córdoba anreisten, wie die zuständige Behörde mitteilte. Aus den Wracks wurden auch sechs Handys und drei Kameras geborgen, sagte der Polizeichef von La Rioja, Luis Antonio Páez.

Frankreich unterstützt Ermittlungen zum Unfallhergang

In Frankreich nahm die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung auf, wie aus Justizkreisen zu hören war. Die Pariser Behörde für Flugunfälle BEA schickte nach eigenen Angaben zwei Ermittler nach Argentinien, um die Aufklärung der Unfallursache zu unterstützen.

Unter den Teilnehmern der TV-Show war auch der ehemalige Stürmer der französischen Nationalelf, Sylvain Wiltord. Er war aber zuvor schon ausgeschieden und nach Frankreich zurückgekehrt. Der örtliche Bürgermeister Andrés Navarrete sagte dem Radiosender La Red, das Team habe bereits zweimal in der Gegend gedreht, am Montag sollte der dritte Dreh beginnen. Die Region war durch die Rallye Dakar bekanntgeworden.

Der Programmleiter der norwegischen Version von "Dropped", Dag Otto Lauritzen, teilte dem Fernsehsender NRK mit: "Das ist tief tragisch, und ich habe einen Schock bekommen, als die Nachricht kam." Als die Norweger eine Folge in La Rioja aufgezeichnet hätten, habe er die Sicherheit als gut erlebt.

Quelle: n-tv.de