Panorama

Ausländer gezielt beschuldigt Frau täuscht Vergewaltigung vor

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Eine erfundene Vergewaltigung in Dresden war von Pegida instrumentalisiert worden.

(Foto: picture alliance / dpa)

Eine junge Frau behauptet, von zwei "südländisch aussehenden Männern" vergewaltigt worden zu sein. Pegida sieht sich im Fremdenhass bestätigt. Doch den Ermittlern kommen schnell Zweifel an der Geschichte. Zu Recht, wie sich herausstellt.

Eine 29-jährige Frau aus Dresden hat gestanden, die Vergewaltigung durch "südländisch aussehende Männer" nur vorgetäuscht zu haben. Der Fall hatte für Aufsehen gesorgt, weil die islamfeindliche Pegida-Bewegung damit Propaganda gegen Flüchtlinge gemacht hatte. Nun stellte sich heraus, dass die Vergewaltigung nur erfunden war. Nach Aussage der Frau habe "weder ein Überfall noch eine Vergewaltigung stattgefunden", erklärte ein Sprecher der Dresdner Staatsanwaltschaft. Ein Motiv für ihr Handeln gab die Frau nicht an.  

Entlarvt worden war sie, nachdem die Polizei bei ihren Ermittlungen auf Ungereimtheiten gestoßen war. Die Frau hatte die Vergewaltigung am 21. Oktober angezeigt und behauptet, der Vorfall habe sich im Stadtteil Plauen ereignet. Nach ihrer Aussage war sie am vermeintlichen Tattag von einem Mann zunächst in einer unverständlichen Sprache angesprochen und danach in einen Kellerzugang gezerrt worden. Während sie einer festhielt, habe sich der andere an ihr vergangen. 

Keine rassistischen Motive

Der Fall schien besonders brisant, weil sich in direkter Nähe des angeblichen Tatorts ein Flüchtlingsheim befindet. Aufgrund dieser Aussage habe die Gefahr bestanden, dass die Bewohner des Heims als Täter infrage kommen könnten, sagte der Behördensprecher. Sogar mit Phantomfotos, die gemäß den erfundenen Angaben der Frau erstellt worden waren, suchten die Ermittler nach einem der beiden Verdächtigen. Doch den Mann gab es gar nicht.

Auf die Zweifel an ihrer Geschichte angesprochen, räumte die Frau ihre Falschaussage schließlich ein. Nach Einschätzung der Polizei soll sie nicht aus fremdenfeindlichen Motiven gehandelt haben. "Die Gründe sind in der Persönlichkeit der Frau zu suchen", hieß es vonseiten der Staatsanwaltschaft. Die Frau muss sich jetzt wegen des Vortäuschens einer Straftat verantworten.

Quelle: ntv.de, jug/dpa