Panorama

Blutrausch in der "Liebeszelle" Freundin wollte sich trennen

Weil seine Freundin ihn verlassen wollte, dreht ein Häftling in einem Raum für Langzeitbesuche in der JVA Remscheid offenbar durch. Der verurteilte Kinderschänder und Mörder tötet die Frau und schneidet sich die Pulsadern auf, überlebt aber.

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Raum für Langzeitbesuche in einer JVA.

(Foto: dpa)

Trennungsabsichten seiner Freundin sind nach ersten Ermittlungen das Motiv für die Bluttat eines Gefangenen in einer "Liebeszelle" des Remscheider Gefängnisses. Dies gehe aus einer handschriftlichen Notiz des Täters hervor, die er im Raum für Langzeitbesuche hinterlassen habe, sagte Staatsanwalt Heribert Kaune-Gebhardt in Wuppertal. Auch Zeugen hätten von Trennungsabsichten der 46-Jährigen berichtet.

Die Leiche der Verkäuferin war am Sonntag nach Ende der Besuchszeit im nicht überwachten Raum entdeckt worden. An ihrem Körper wurden Stichwunden, Würgemale und eine Kopfverletzung entdeckt. Nach der Tat hatte sich der 50-jährige verurteilte Kindermörder die Pulsadern aufgeschnitten. Er wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch auf einer Krankenstation behandelt und will keinerlei Angaben zu der Tat machen.

Ungeklärt bleibt, wie der Mann seine Waffen - zwei Messer und ein Radmutterschlüssel - in den Besuchsraum schmuggeln konnte. Eventuell hatte er sie am Körper versteckt. Zwar hätten JVA-Beamte nach eigenen Angaben einen Korb durchsucht, den der Häftling bei sich trug, sagte Kaune-Gebhardt. Dabei hätten sie aber nichts gefunden. Eine Leibesvisitation war nicht erfolgt und auch nicht vorgesehen.

Der seit 19 Jahren inhaftierte Mann hatte sich bis zur Tat unauffällig verhalten. Er hätte noch mindestens ein Jahr Haft verbüßen sollen. Der gelernte Dachdecker hatte 1991 in Düsseldorf ein neunjähriges Nachbarsmädchen vergewaltigt und ermordet. Seine Lebensgefährtin, die er vor fünf Jahren während der Haft kennenlernte, war über seine Vorgeschichte informiert gewesen.

Die nordrhein-westfälische Justizministerin Roswitha Müller- Piepenkötter (CDU) will am Mittwoch im Rechtsausschuss des Landtags über den Fall berichten.

Quelle: n-tv.de, dpa

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